Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

DRK-Zentrum Tostedt: "Das alte Wohnhaus soll möglichst erhalten bleiben"

Dieter Weis (li.) mit Jutta Krause und Hans-Heinrich Bahlburg vor dem Haus Bahnhofstraße 24, im Hintergrund das Fundus-Kaufhaus
bim. Tostedt. Hans-Heinrich Bahlburg, der dem Tostedter DRK-Ortsverein sein Haus in der Bahnhofstraße 24 verkauft hat, war geschockt. Nicht nur, dass seit Bekanntgabe des Verkaufs viele Neugierige das Grundstück zum Ausflugsziel erkoren hatten, auch der Abriss des altehrwürdigen Gebäudes machte die Runde. „Ein Mann sagte mir: ‚Ich habe gehört, es wird ja eh alles plattgemacht. Da können wir die Garage doch schon abbauen“, berichtet Bahlburg von der Dreistigkeit mancher Leute. „Mit dem Abriss wäre ein altes Stück Tostedt unwiederbringlich verloren“, so Bahlburgs Sorge. DRK-Vorsitzender Dieter Weis beruhigte ihn in einem Gespräch mit dem WOCHENBLATT. „Das Haus bleibt erhalten, wenn nicht der Holzwurm drin ist oder es baufällig ist“, versicherte Weis, der Bahlburg die ersten Entwürfe des Architekten erläuterte.
Wie berichtet, will das DRK an der Ecke Bahnhof- und Triftstraße ein Wohn- und Geschäftshaus bauen, in dem alle DRK-Bereiche zusammengefasst werden. Im Erdgeschoss untergebracht werden könnten neben dem neuen Fundus-Kaufhaus ein Café, eine Begegnungsstätte, die Rettungswache und ein Ladengeschäft. 40 Parkplätze könnten im hinteren Bereich entstehen. Im Obergeschoss sollen neben einem Seminarbereich und Räumen für die Bereitschaft Mietflächen für Wohnungen, Büros oder Arztpraxen untergebracht werden. Damit die großen Eichen erhalten bleiben, soll das Gebäude etwas zurückgesetzt errichtet werden.
Das Haus, in dem schon Hans-Heinrich Bahlburgs Eltern und Großeltern lebten, wurde im Jahr 1871 erbaut. Das Gebäude nebenan, in dem sich seit mehr als drei Jahren das DRK-Kaufhaus Fundus befindet, wurde 1974 erbaut.
Darüber, dass das DRK das Gelände gekauft hat und dort ein DRK-Zentrum schaffen will, können die Tostedter wahrlich froh sein. Denn im Jahr 1970 hatte die Architektengruppe Bahlburg um Hans-Heinrich Bahlburgs Vater Heinrich Pläne, das Eckgrundstück mit einem „Wohn-Laden-Zentrum“ zu bebauen. Hört sich banal an, hätte es aber in sich gehabt: Das Gebäude wäre fünfgeschossig gewesen mit 41 Wohneinheiten und Büroflächen sowie 14 Ladeneinheiten, 111 Stellplätzen und zwölf in der Tiefgarage. Der Rat hatte das Vorhaben schon durchgewunken und als innovativ angesehen. Dass es nicht realisiert wurde, ist letztlich dem Absprung der Investoren zu verdanken.
Hans-Heinrich Bahlburg und seine Partnerin Jutta Krause werden zunächst weiter in der Bahnhofstraße 24 wohnen. Damit ihre Privatsphäre gewahrt wird, hat das DRK nun Schilder aufstellen lassen, mit denen das Betreten des Grundstücks untersagt wird.