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Unzufriedenheit mit Honoraren und Plänen für Tostedter Freibad-Sanierung

Die Sanierung des Freibades ist weiter ungewiss (Foto: archiv)
bim. Tostedt. Nach jahrelanger politischer Diskussion schien endlich Bewegung in die längst überfällige Sanierung des Tostedter Freibades zu kommen. Drei Millionen Euro hat die Samtgemeinde in ihre Haushalte 2015, 2016 und 2017 eingestellt. Doch nun die Ernüchterung: Laut der vorgestellten Planung würde das Nichtschwimmerbecken viel zu klein, der für eine Attraktivitätssteigerung vom Aquatekten beworbene Durchschreitebach wurde bislang nicht berücksichtigt, und die geschätzten Honorare sind zu hoch.
Nach Einholung von Honorarangeboten stellte der mit dem Projektmanagement beauftragte Aquatekt Tim Köhler eine im Kostenrahmen liegende Variante vor. Neben dem Schwimmerbereich mit 385 Quadratmetern und einem 50 Quadratmeter-Kleinkindbecken blieben für die Nichtschwimmer lediglich 115 Qua-
dratmeter (zehn mal 11,5 Meter).
„Das wäre eine Gesamtwasserfläche von 550 Quadratmetern und damit um die Hälfte weniger als gegenwärtig“, so Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Gerade der Nichtschwimmerbereich sei für Kinder oder Familien mit ihrem Nachwuchs wichtig und müsse mindestens 500 Quadratmeter groß sein. „Mit der Version würden sich die Besucher am ersten heißen Sommertag zu Recht fragen: ‚Sind die bekloppt geworden?‘“, so Dörsam.
Kritisiert wurde im Ausschuss auch die Gesamthöhe der Honorare, die mit geschätzten 480.000 Euro ohne Mehrwertsteuer beziffert wurden und schon eine nach unten korrigierte Version sind. Grünen-Ratsherr Waldemar Hindersin sah ein hohes Missverhältnis zwischen den Baukosten und den Honoraren. Regulär liege das Honorar nur bei zehn bis 15 Prozent der Baukosten. Köhler erwiderte, dass bei einem Freibadprojekt jedoch 25 bis 30 Prozent Honorarkosten üblich seien und diese bei der Tostedter Planung noch darunter lägen. Eine Aussage darüber, ob diese genehmigungsfähig sind, wird letztlich vom Rechnungsprüfungsamt erwartet.
Als Tim Köhler mit der Projektsteuerung beauftragt wurde, hatte sich die Samtgemeinde davon eine vernünftige und möglichst günstige Planung erhofft. Mittels Projektmanagement könnten alle Planungsschritte optimal abgestimmt und mit möglichst wenig Geld ein Maximum herausgeholt werden, hatte er der Tostedter Politik im vergangenen September versprochen. Die Sanierungskosten würden zwischen 2,5 Millionen Euro bei einer vernünftigen Grundvariante und 3,5 Millionen Euro liegen. Dafür, dass der Nichtschwimmerbereich so klein ausfalle und weder der Durchschreitebach noch die Spielgeräte auf der Freifläche und die Sanierung der Umkleidebereiche im Budget auftauchen, machte Köhler den geringeren Kostenrahmen von drei Millionen Euro verantwortlich.
Zweifel gab es auch daran, ob das vorgeschlagene Gründungsverfahren fürs Becken geeignet ist. Wolfgang Zahn (CDU) hatte einen Kollegen gebeten, sich das Baugrundachten anzuschauen. Dessen Aussagen zufolge waren nicht genügend Bohrungen vorgenommen und nicht tief genug gebohrt worden.
Und zu guter letzt war auch noch ein von Köhler in Aussicht gestellter Besichtigungstermin im Stadionbad Bremen nicht zustande gekommen.
Samtgemeinde-Bürgermeister Peter Dörsams Resümee: „Ich habe mit den Fraktionen gesprochen. Es gibt massive Zweifel, dass es auf dieser Basis weitergeht.“