Kein Schützenfest in Tespe
Trotz lebendigen Vereinslebens fällt die Veranstaltung aus
- Blicken zwecks Traditionsspflege ernst in die Zukunft: Präsident Lutz Hillmer (re.) und Vizepräsident Andreas Thiemann
- Foto: SK Tespe
- hochgeladen von Anika Werner
Das Schützenfest in Tespe wird 2025 nicht stattfinden. Dies entschied die Mitgliederversammlung des Schützenkorps aus organisatorischen und finanziellen Gründen bereits im Januar. Die Entscheidung fiel einstimmig und mit schwerem Herzen, wie Präsident Lutz Hillmer betont. „Das ist ein echtes Trauerspiel. Unser Vereinsleben blüht, aber wenn es ums Schützenfest geht, kommt aus dem Dorf einfach nichts zurück.“
Der Schützenverein Tespe zählt zu den aktivsten Vereinen im Ort. An mehreren Tagen in der Woche finden Trainings in verschiedenen Disziplinen statt – von Luftgewehr über Kleinkaliber und Bogenschießen bis hin zum Blasrohrschießen. Besonders der Nachwuchsbereich ist gut aufgestellt. „Der Verein lebt von der Gemeinschaft“, sagt Hillmer. „Aber die Unterstützung für das Schützenfest fehlt vollkommen. Es gibt keine Helfer, keine Beteiligung und am Ende fehlen die Mittel. Das lässt sich so nicht mehr stemmen.“
Auch ein Königsschießen wird in diesem Jahr nicht ausgerichtet. Damit endet die Regentschaft der Jugendmajestäten 2024 ohne Proklamation. Zuletzt trugen Lea-Marie Hillmer und Paul Hillmer als Juniorenkönigin und Jugendkönig die Königswürde. Niklas Schellen war Schülerkönig, Noah Radtke sicherte sich den Titel im Bogenschießen, Louis Stumpf wurde Vogelpick-König. Beim Kreisschützenfest in Barum konnte Lea-Marie Hillmer mit einem weiteren Titel glänzen: Sie wurde zur Kreisjuniorenkönigin gekrönt.
Trotz der Absage des Festes bleibt das sportliche Engagement ungebrochen. Die Bogenschützen nahmen erfolgreich an Vereins-, Kreis-, Bezirks- und Landesmeisterschaften teil. Besonders stolz ist der Verein auf seine neue Blasrohrgruppe unter der Leitung von Andreas Kurtz. Bereits wenige Monate nach Gründung konnte Ursula Brüggemann den Titel der Deutschen Meisterin nach Tespe holen. Kurtz selbst erreichte Platz acht.
Das Vereinsleben pulsiert, nur das große Fest will niemand mehr tragen. „Wir kämpfen jedes Jahr dafür, aber am Ende stehen wir allein da“, sagt Hillmer. „Ein Fest wie früher mit Musik, Karussell und Buden ist ohne Rückhalt aus der Dorfgemeinschaft einfach nicht mehr machbar.“
In der Mitgliederversammlung im Januar wurde Hillmer als Präsident für weitere vier Jahre im Amt bestätigt. Neben sportlichen Erfolgen standen auch zahlreiche Ehrungen an. Gerhard Rick wurde für 70 Jahre Vereinsmitgliedschaft ausgezeichnet, Hans-Georg Jürgens und Manfred Schütt für jeweils 50 Jahre. Werner Zenz erhielt seine Urkunde für 60 Jahre Zugehörigkeit in Abwesenheit.
Das Schützenhaus bleibt Dreh- und Angelpunkt des Vereins. Neben dem regelmäßigen Training – montags und mittwochs für Gewehrdisziplinen, dienstags und donnerstags für Bogen und Blasrohr – dient die Halle auch als Veranstaltungsort. Räume zwischen 30 und 600 Quadratmetern können für Feiern angemietet werden.
Trotz allem bleibt Hillmer optimistisch: „Wir freuen uns über jedes neue Gesicht, das bei uns reinschaut. Vielleicht kommt ja doch noch der Tag, an dem Tespe wieder gemeinsam feiert.“
Alle Infos und Kontaktmöglichkeiten, gibt es auf der Internetseite des Schützenkorps Tespe.
Redakteur:Anika Werner aus Winsen |
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