Ein Ratssaal wird zum Atelier

Stolz zeigten die Schülerinnen und Schüler ihre selbst gemalten Himmelsbilder, über die sie mit Kurt Nickolaus (hinten, v. li.), Kunsttherapeutin Claudia Hennings und Matthias Kasperlik ins Gespräch gekommen waren
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  • hochgeladen von Alexandra Bisping


Inklusion im Neu Wulmstorfer Rathaus: Grundschüler malen mit Behinderten

ab. Neu Wulmstorf.  Iab. Neu Wulmstorf.  Inklusion mit Farbe und Papier: Eine dritte und eine vierte Klasse der Neu Wulmstorfer Grundschule am Moor besuchten jetzt den Ratssaal des Neu Wulmstorfer Rathauses, um dort mit drei Behinderten der Tostedter Werkstatt der Lebenshilfe zu malen. Dabei sank die Hemmschwelle schnell: Während kreativ gearbeitet wurde, kamen Schüler und Behinderte miteinander ins Gespräch.

„Mit Kindern habe ich schon mal gemalt, das hat mir Spaß gemacht“, erzählte Kurt Nickolaus, der mit Matthias Kasperlik und Mandy Thomsen nach Neu Wulmstorf gekommen war. Alle drei arbeiten in der Werkstatt der Lebenshilfe. Eigentlich, so Nickolaus, habe er Medizin studieren wollen, aber mit dem Konzentrieren sei es bei ihm so eine Sache. „Darum bin ich zu Claudia Hennings gekommen“, fügte er hinzu. Doch in der Lebenshilfe-Werkstatt arbeite er ebenfalls gerne.

„Über Kunst lässt sich ganz viel erreichen“, erklärte Kunsttherapeutin Claudia Hennings. Sie arbeitet bei der Lebenshilfe des Landkreises Harburg und hatte das Inklusionsprojekt nach Neu Wulmstorf gebracht. Zustande gekommen war die Aktion
durch eine Wanderausstellung mit Werken Behinderter im Rathaus, die anlässlich des 50-jährigen Bestehens des Vereins „Lebenshilfe Landkreis Harburg“ initiiert wurde.
Claudia Hennings war auf die Idee gekommen, die Ausstellung mit einem Projekt zu verknüpfen, und hatte bei den jeweiligen Grundschulen angefragt. „In Winsen haben sich sogar zehn Klassen gemeldet, die mitmachen wollten. Da mussten wir vielen absagen“, bedauerte sie.

Ein Symbol für die Zusammenkunft hatte die Kunsttherapeutin ebenfalls mitgebracht: ein Konterfei der Friedenstaube des Künstlers Pablo Picasso, die dieser 1949 auf dem Weltfriedenskongress in Paris als Zeichen der Hoffnung entworfen hatte. Die Taube passe in die heutige Zeit, meinte Claudia Hennings. Denn es gebe neben den Kriegen viele Menschen, die mit Krankheiten, Beeinträchtigungen und Problemen zu kämpfen hätten. Für dieses Symbol malten Kinder und Behinderte gemeinsam den passenden Himmel.

Im Rahmen der Kulturförderung unterstütze die Gemeinde die Aktion, erläuterte Neu Wulmstorfs Kulturbeauftragte, Karin Schröder. „Inklusion ist in aller Munde, doch viele wissen nicht, wo sie ansetzen sollen“, fügte sie hinzu. „Darum finde ich es toll, dass wir auf diesem Wege hier zusammenkommen.“

Stolz zeigten die Schülerinnen und Schüler ihre selbst gemalten Himmelsbilder, über die sie mit Kurt Nickolaus (hinten, v. li.), Kunsttherapeutin Claudia Hennings und Matthias Kasperlik ins Gespräch gekommen waren
Der Boden des Ratssaals wurde ebenfalls zur Arbeitsfläche

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