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Feuerwehrgerätehäuser in Apensen: Gewerbeverbund und Bürger appellieren an die Politiker

Der Vorstand vom Gewerbeverbund der Samtgemeinde Apensen appelliert an die Vernunft der Politiker
Wer baut die Feuerwehrgerätehäuser? Diese Entscheidung soll nach sechs Jahren endlosen Streits in der Samtgemeinde am Montagabend von einem eigens dafür gebildeten Gremium entschieden werden.
Der Apenser Gewerbeverbund, die Feuerwehr und auch die Bürger appellieren an die Politiker, jetzt eine Entscheidung zu treffen und damit den Bau auf den Weg zu bringen. "Dieser Streit schadet der Samtgemeinde als Wirtschaftsstandort enorm", sagt Willem Klie, Vorstandsmitglied des Gewerbeverbunds, für die mehr als 70 Migliedsunternehmen. Seit dem Jahr 2004 arbeite der Gewerbeverbund daran, Apensen als Wirtschaftstandort positiv bekannt zu machen. "Der Gerätehausstreit bewirkt das Gegenteil: Die Außenansicht von Apensen wird massiv geschädigt", sagt Klie. Zudem würden durch den Streit Steuergelder der Gewerbeverbundglieder sinnlos verschwendet. Regila Radix-Dorozala, Vorsitzende des Gewerbeverbunds, und Vorstandsmitglied Hans-Jürgen Elmers, ehemaliger Ortsbrandmeister in Sauensiek, weisen darauf hin, dass wegen der fehlenden Gerätehäuser Unterbringungsmöglichkeiten für Feuerwehrautos fehlen. Die Anschaffung neuer Fahrzeuge werde zurück gehalten. "Wir haben große Unternehmen unter unseren Mitgliedern, für die im Falle eines Brandes eine gut ausgerüstete Feuerwehr anrücken muss", so Regila Radix-Dorozala. Außerdem sei der Gewerbeverbund bei der Durchführung des Sommerfests in Sauensiek einer der ersten Betroffenen des Feuerwehrprotestes gewesen. "Die Feuerwehr leitet bei unseren Veranstaltungen den Verkehr und übernimmt die Parkplatzzuweisung", so die Vorsitzende. "Das fiel beim Sommerfest flach, die Besucher parkten wild an der Straße, wodurch auch die Sicherheit gefährdet ist."
Seit einigen Wochen erfüllen die Ortswehren nur noch ihre Pflichten "Löschen, Bergen, Retten" (Das WOCHENBLATT berichtete). Alle weiteren ehrenamtlichen Aufgaben wie die Absicherung von Veranstaltungen, Brandschutz-Übungen in Kindergärten und Schulen, Begleitungen von Umzügen und vieles mehr liegen brach. Das bringt jetzt auch die Bürger auf den Plan: Dunja Paschke aus Wiegersen übergab Samtgemeindebürgermeister Peter Sommer eine Liste mit 231 Unterschriften, die sie mit dem Ziel gesammelt, die Politiker zu einer Entscheidung zu bewegen. Und Kinder und Erzieher des Beckdorfer Kindergartens wenden sich mit der Bitte an die Politiker: "Bitte vertragt Euch doch wieder, damit wir auch dieses Jahr wieder sicher mit unseren Laternen durch das Dorf laufen können."

Die Feuerwehr weist in ihrem aktuellen Statement auf die sachliche Notwendigkeit für die Neubauten hin:
- Das Tragkraftspritzenfahrzeug der FF Beckdorf (Ersatzbeschaffung für das 32 Jahre alte abgängige Löschgruppenfahrzeug), dass Ende September geliefert wird, muss zunächst bei einem Landwirt in der Scheune untergebracht werden, da es aufgrund der Größe nicht mehr in das aktuell angemietete Gerätehaus passt. Für ein aus Steuergeldern finanziertes neues Fahrzeug gewiss nicht die beste Lösung.
- Das vor Jahren beschlossene Fahrzeugbeschaffungskonzept (es gibt drei weitere Fahrzeuge, die älter als 20 Jahre sind) der Samtgemeinde Apensen kann nicht umsetzt werden, da die neuen Fahrzeuge ebenfalls aufgrund ihrer Größe nicht in die aktuellen Gerätehäuser passen würden. Schon heute erfüllt die Mehrheit der Gerätehäuser nicht mehr die aktuellen Normen der Feuerwehrunfallkasse und die Feuerwehr arbeitet mit Ausnahmegenehmigungen, was die Sicherheit der Feuerwehrangehörigen nicht unbedingt verbessert.
- Durch die anstehende Euro-6-Norm (verschärfte Abgasnorm) werden Feuerwehrfahrzeuge, die bis Ende 2016 nicht zugelassen sind, nicht nur um rund 20.000 Euro je Fahrzeug teurer, sondern auch schwerer. Dieser führt dazu, dass die Feuerwehr weniger Kapazität für die feuerwehrtechnische Beladung hat. Der Beschluss-, Genehmigungs- und Ausschreibungsprozess für neue Fahrzeuge dauert bekanntlich deutlich über einem Jahr.