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SV Beckdorf bangt erneut um seine Zukunft: Politiker streiten um die Kostenaufteilung für die Sporthalle Beckdorf

Jörg Neumann vom SV Beckdorf hofft, dass die Sportler bald wieder ohne Sorgen trainieren können (Foto: SV Beckdorf)
"Schäbig" und "moralisch bedenklich" - mit scharfer Kritik reagierten die Ratsmitglieder der Gemeinde Beckdorf auf den Antrag des Samtgemeindemitglieds Andreas Steltenpohl (CDU), die Kosten für die Sporthalle zwischen Samtgemeinde, Gemeinde Beckdorf und Sportverein aufzuteilen. Die Forderung wurde einstimmig abgelehnt.
Hintergrund: Anlass für den Antrag für die Aufteilung der Kosten ist, dass die Sporthalle in Beckdorf nur vom SV Beckdorf genutzt werde (das WOCHENBLATT berichtete). Alle anderen Sportstätten, für die die Samtgemeinde zuständig ist, würden auch von Bewohnern aus der Samtgemeinde genutzt.
Für diese Entwicklung könnten jedoch nicht die Beckdorfer verantwortlich gemacht werden, erklärt Samtgemeinde-Bürgermeister Peter Sommer. Er sieht für den Antrag ohnehin keine Rechtsgrundlage, weil Beckdorf eine Samtgemeinde-Umlage zahle und damit schon an den Kosten beteiligt sei.
Zum anderen ist es zwar ein Beckdorfer Verein, der die Halle nutzt, doch diesem Verein gehören nicht nur Beckdorfer Bürger an. Vielmehr trainieren dort insbesondere Handballspieler aus der gesamten Region. Von den rund 450 Mitgliedern kommen laut SV-Pressewart Jörg Neumann 20 Prozent aus Apensen, zehn Prozent aus Sauensiek und mehr als 30 Prozent aus dem Landkreis Stade, Hamburg und dem Bremer Bereich. Nicht zuletzt aufgrund des Erfolges der Ersten Herrenmannschaft, die acht Jahre lang in der dritten Bundesliga spielte und jetzt um ihren Aufstieg kämpft, ist der SV Beckdorf für Handball-Interessierte besonders attraktiv. Für die betroffenen Sportler ist die gesamte Diskussion ein "Knüppel zwischen die Beine", so Jörg Neumann. "Wir stellen uns gerade neu auf, weil wir wieder aufsteigen wollen", sagt er. "Wir machen einen guten Job, sind Aushängeschild und brauchen eigentlich Rückenstärkung und gute Gedanken für den Erfolg." Nach dem Wasserschaden in der Halle im vergangenen Jahr und der anschließenden Diskussion, Flüchtlinge in der Sporthalle unterzubringen, müssen sich die Sportler stattdessen erneut Sorgen um die Zukunft ihres Vereins machen. "Das macht einen kaputt", so Neumann. Die möglichen Folgen des Antrags, nämlich schlimmstenfalls die Schließung der Beckdorfer Sporthalle, mag sich Jörg Neumann sich gar nicht ausmalen. "Wo sollen die ganzen Sportler denn dann trainieren?", fragt er.
Jetzt hängt es an der Samtgemeinde, wie sie mit der Entscheidung des Beckdorfer Gemeinderats umgeht. Der Samtgemeinderat tagt am Dienstag, 21. Juli, 20 Uhr, im Rathaus Apensen.