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Buchholzer Schüler schießen Mini-Satelliten ab und landen bundesweit auf dem dritten Platz

Satellitenbauer, Projektmanagerin und Betreuungslehrer (v. li.): Michel Sundermann, Fabian Wulfes, Julian Büchel und Constantin Koch mit Projektmanagerin Sarah Tetzlaff (Mitte) und dem betreuenden Lehrer Stefan Naler (4. v. li.)
 
Das Innenleben des CanSat der Buchholzer Gymnasiasten (Foto: Sarah Tetzlaff)
bim. Buchholz. Mit ihrem Know-How könnten sie die kommenden Raumfahrt-Experten werden: Fabian Wulfes (18), Michel Sundermann (18), Julian Büchel (18) und Constantin Koch (17) beteiligten sich jetzt gemeinsam mit Projektmanagerin Sarah Tetzlaff (17) an dem von der europäischen Raumfahrtagentur ESA initiierten CanSat-Wettbwerb und konstruierten einen Mini-Satelliten in der Größe einer Getränkedose. Trotz schlechter Startbedingungen belegten die Schüler des Buchholzer Albert-Einstein-Gymnasiums mit ihrem „Project Milkyway“ bundesweit einen beachtlichen dritten Platz.
Eigentlich hatten Michel und Fabian ein Jugend forscht-Projekt in Angriff nehmen wollen, als Michel auf die Ausschreibung des zweiten deutschen CanSat-Wettbewerbs stieß. Schnell fanden die beiden Gymnasiasten in ihrem Seminarfach „Technische Informatik“ mit Julian und Sarah zwei weitere Mitstreiter. Constantin belegt zwar das „artfremde“ Seminarfach „Ökologie“, war aber auch gleich mit Begeisterung dabei. Während sich die Jungs an die technische Umsetzung machten, zeichnete Sarah Tetzlaff für die Öffentlichkeitsarbeit und Sponsorensuche verantwortlich. Lehrer Dr. Stefan Naler, selbst promovierter Physiker, stand beratend zur Seite.
Bundesweit hatten sich 50 Teams für den CanSat-Wettbewerb beworben, zehn kamen in die engere Auswahl und wurden in der Vorwoche nach Bremen eingeladen, darunter auch die Buchholzer. Dort erfolgte u.a. die Abschlusspräsentation mit der Auswertung der Daten. Auch wurden in Bremen ansässige Firmen besucht wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und Airbus Defence & Space.
Wie sie in ihrem Mini-Satelliten u.a. Mikrocontroller-Board, Funkmodul, Neun-Volt-Batterie, Sensoren zum Messen von Temperatur und Druck zusammenführen und eine Kamera daran befestigen, hatten die Schüler selbst erdacht oder im Internet nachgelesen. Eine Bauanleitung gab es nicht. Auch galt es, eine elektronische Schaltung zu entwickeln und einen Mikroprozessor zu programmieren.
Die Mini-Satelliten sollten während des Falls Temperatur und Luftdruck messen, die ermittelten Daten speichern und an eine Bodenstation übermitteln.
Die individuelle Mission des Buchholzer Satelliten: Detektion von geometrischen Objekten auf der Erdoberfläche mittels Bilderkennung - ähnlich der Erforschung des Pluto durch die New Horizons-Raumsonde der NASA - nur eben in nicht so weiter Entfernung.
Vom Flugplatz in Rotenburg aus wurde der Mini-Satellit mit einer Rakete rund 1.000 Meter in die Luft katapultiert und von dort abgeworfen. Der kleine Trabant am Fallschirm sollte die GPS-Daten des Mittelpunktes eines orangefarbenen Kreises in Anlehnung an Krater auf anderen Himmelskörpern erkennen und übermitteln.
„An dem Tag war es sehr diesig, und es herrschte recht starker Wind“, berichtet Constantin Koch. Daher sei der Buchholzer Satellit zu weit abgetrieben. 15 Meter pro Sekunde Fallgeschwindigkeit waren vorgegeben, der CanSat der Buchholzer erreichte 18 Meter pro Sekunde und schlug schließlich auf dem benachbarten Militärhubschrauber-Landeplatz auf dem Asphalt auf. Dennoch: „Die Funkverbindung funktionierte die ganze Zeit. Unser Satellit hat dann eine andere kreisförmige Struktur erkannt, anhand derer die Flugbahn berechnet und ob es zum Landepunkt passt“, so Constantin.
Auch wenn es nicht für den ersten Platz reichte: Die Buchholzer Eltfklässler hatten viel Spaß und sind stolz auf ihren Erfolg. „Es ist beeindruckend, was zustande gekommen ist. Auch mit den anderen Teams haben wir bei der Vorbereitung gut zusammengearbeitet“, so Sarah Tetzlaff.
Gewonnen hat übrigens das reine Mädchenteam „URSinvestigators“ eines Kölner Gymnasiums.
• Infos zum Buchholzer Projekt unter www.cansat-milkyway.de.