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Immer ein offenes Ohr: Markus Kaulbarsch geht in Pension

Unbürokratisch, freundlich, kommunikativ: Markus Kaulbarsch ist ein echtes Unikat
kb. Buchholz. Unerkannt durch die Stadt schlendern - für Markus Kaulbarsch (61) ist das nicht möglich. Der Polizeihauptkommissar aus Buchholz ist seit 44 Jahren im Polizeidienst und seit über 20 Jahren Kontaktbeamter. Er besucht Kitas und Schulklassen, ist auf Fußstreife im Ort unterwegs und präsent bei Festen und Veranstaltungen, pflegt den Kontakt zu Bürgern und Gewerbetreibenden. Eine Aufgabe, die ihm nicht nur auf den Leib geschnitten ist, sondern auch dafür sorgt, dass ganz Buchholz ihn kennt. Dazu trägt vermutlich aber auch sein markanter Bart bei. "Ich werde auch schon mal am Samstag an der Supermarktkasse um Rat gefragt", sagt Kaulbarsch und lacht.
In Kürze werden sich die Buchholzer allerdings einen anderen Ansprechpartner suchen müssen: Denn zum Ende dieses Jahres geht Markus Kaulbarsch in den Ruhestand. Ein echter Verlust für viele, die ihn als Polizisten mit Herz und Verstand schätzen. "Bei mir steht immer das Menschliche im Vordergrund", sagt er. Eine Haltung, die ihm bei seinen Vorgesetzten nicht immer nur Lob einbrachte. Denn für Kaulbarsch bedeutete das manchmal eben auch, ein Auge zuzudrücken, wenn es angebracht war.
Sein Weg zur Polizei führte Markus Kaulbarsch über die Berufsberatung. "Eigentlich wollte ich zunächst in den Einzelhandel", erinnert er sich. Der Polizeidienst bot eine sichere Zukunft. "Und ich hatte schon immer einen Gerechtigkeitsfimmel", erzählt Kaulbarsch. Offenbar eine gute Voraussetzung für seinen beruflichen Werdegang, die ihn von der Polizeischule in Hann. Münden über die Bereitschaftspolizei Braunschweig nach Buchholz führte, wo Kaulbarsch seit Ende der 1970er Jahre im Ermittlungsdienst tätig war und im April 1996 die Aufgabe des Kontaktbeamten übernahm.
Vier Jahrzehnte Polizeidienst - in dieser Zeit ist nicht nur die Arbeitsbelastung gestiegen. "Auch die Menschen haben sich verändert", sagt Kaulbarsch. Hilfsbereitschaft, Freundlichkeit und Rücksichtnahme seien heutzutage leider oft die Ausnahme. "Ich würde mich freuen, wenn die Leute nicht nur meckern, sondern auch mal danke sagen."
Besonders viel Spaß hat Kaulbarsch immer die Arbeit in Kitas und Schulen gemacht. Auf kindgerechte Weise führt er schon die Kleinsten an Themen wie das richtige Verhalten im Notfall oder Gewalt heran, hat dabei immer ein Gespür für die Bedürfnisse der Kinder. Vielleicht, weil er selber als Kind Gewalterfahrungen gemacht hat. Und er erklärt nicht nur viel, die Kinder öffnen sich ihm auch. "Es kommt häufig vor, dass die Schüler von ihren Problemen erzählen und ganz offen sagen, wo der Schuh drückt", sagt Kaulbarsch. Auch bei den älteren Schülern ist der Polizist beliebt. "Die merken einfach, dass ich ihnen kein weltfremdes Zeug erzähle."
Neben seinem Job stand für Kaulbarsch schon immer seine Familie an erster Stelle - seine "drei Frauen", Ehefrau Rosi und die inzwischen erwachsenen Töchter Janina und Jennifer. "Meine Frau hat mir immer den Rücken frei gehalten, sonst hätte ich die Arbeit so gar nicht machen können", sagt der Polizeihauptkommissar. Er freut sich, künftig mehr Zeit für die Familie zu haben. Große Pläne für den Ruhestand schmiedet Kaulbarsch aber nicht. "Ich muss erstmal gucken, wie sich das überhaupt anfühlt - so viel freie Zeit." Und falls Langeweile aufkommt? Kaulbarsch schmunzelt. "Meine Frau hat gesagt, dann schickt sie mich in die Stadt, damit ich die Leute ansprechen kann." Die Buchholzer würden sich freuen.