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Brauchen wir die Ernährungs- und Agrarwende?

Eröffneten die Ausstellung (v. li.): Harald Gabriel, (Bioland) Heike Duisberg (Abteilungsleitung Agrarium), Rolf Wiese (Museumsdirektor) und Stefan Dreesmann (Referent f. Ökolandbau)

Ausstellung "Ökologischer Landbau" am Kiekeberg plädiert für ein Umdenken in der Agrarwirtschaft

mi. Rosengarten. Wie arbeitet ein Biolandwirt und was bedeutet Kreislaufwirtschaft? Diesen Schwerpunkten widmet sich die Sonderausstellung "Ökologischer Landbau", die ab sofort im Agrarium des Freilichtmuseums am Kiekeberg zu sehen ist. Dort können sich die Besucher an vielen interaktiven Stationen über Fruchtfolgen, Biostandards, Gentechnik und Einkaufsverhalten informieren.
Auf der Eröffnungsfeier vor rund 60 Gästen im Agrarium am Kiekeberg betonte Harald Gabriel, Geschäftsführer des Erzeugerverbands "Bioland Niedersachsen/Bremen", die Wichtigkeit eines Richtungswechsels in der Agrarpolitik. "Wir brauchen eine Ernährungswende, die ähnlich kraftvoll ist, wie die Energiewende", so Harald Gabriel.
Gabriel nannte alarmierende Zahlen. Laut Weltagrarbericht bringe die Landwirtschaft derzeit jährlich 1,6 Millionen Tonnen Stickstoffdünger aus. In Deutschland verbrauchten Tierhalter im Jahr rund 1.800 Tonnen Antibiotika, davon das meiste in der konventionellen Landwirtschaft. Für die Zukunft sei ein solches Wirtschaften keine Option. Die Ausstellung könne hier wichtige Impulse für eine Veränderung des Erzeuger- und Verbraucherverhaltens geben.
Auch sonst gab es viel Lob für das Konzept. Vize-Landrat Norbert Böhlke (CDU): "Mit diesem aktuellen Ausstellungsthema beweisen sie: das Freilichtmuseum ist am Puls der Zeit". Meike Wildung vom Niedersächsischen Kompetenzzentrum für Ökolandbau ("KÖN") betonte den immer größer werdenden Stellenwert nachhaltiger Landwirtschaft. Das "KÖN" bereichert die Ausstellung mit einem interessanten Rahmenprogramm. Stiftungsratsvorsitzende Heike Meyer bedankte sich bei allen Sponsoren und Unterstützern.
• Die Ausstellung "Ökologischer Landbau" ist ab sofort zu den allgemeinen Öffnungszeiten des Agrariums zu sehen. Die Ausstellung ist kostenlos. Es muss nur der Museums-Eintritt bezahlt werden. Weitere Infos zum Rahmenprogramm unter www.kiekeberg-museum.de