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Flüchtlingsunterkunft: Bürger ärgern sich über "behördliche Willkür"

Über die Flüchtlingsunterkunft "Am Langen Sal" in Buchholz gibt es derzeit Diskussionen

Anwohner sehen angekündigte Änderungen am Langen Sal nicht umgesetzt / Suche nach Verfasser fremdenfeindlicher Parolen

os. Buchholz. Reiner Zufall oder gezielte fremdenfeindliche Anschläge? Innerhalb weniger Tage ist die Flüchtlingsunterkunft "Am Langen Sal" in Buchholz vier Mal mit fremdenfeindlichen Parolen und Symbolen beschmiert worden. Jedes Mal wurden diese schnell übermalt.
Heinrich Helms, Pressesprecher der Stadt Buchholz und Koordinator des Bündnis für Flüchtlinge in der Nordheidestadt, hat keine Hinweise, wer hinter den Anschlägen stecken könnte. "Wir tappen da im Dunkeln", sagt er. Auch die Polizei hat laut Sprecher Lars Nickelsen noch keine Anhaltspunkte. Nickelsen bittet um Hinweise auf den oder die Täter unter Tel. 04181-2850.
Derweil fühlen sich die Anwohner der Flüchtlingsanlage "Am Langen Sal" von der Stadt Buchholz und der Landkreisverwaltung nicht ernstgenommen. Sie sprechen von "behördlicher Willkür und Nichtbeachtung der Anwohnerinteressen" und haben eine Unterschriftenliste mit Forderungen verschickt. U.a. soll ein "Sicht- und Lärmschutzwall mit einer Mindesthöhe von fünf Metern" errichtet werden.
Was war passiert? Wie berichtet, hatten Stadt und Landkreis Anfang September in der Waldschule über die Erweiterung des Containerdorfes berichtet. Dort soll Platz für 86 weitere Flüchtlinge geschaffen werden, die voraussichtlich Ende dieses Jahres dort einziehen werden. Während der Sitzung hatte der Landkreis signalisiert, die Planungen im Sinne der Anwohner zu überarbeiten. So rückte die neue Anlage näher an die alten Container heran, dafür soll ein Bolzplatz verlegt werden. Zudem regten die Anwohner an, den bestehenden Sandwall an der alten Containeranlage in Richtung der neuen Flüchtlingsunterkunft zu verlängern. Das ist geschehen. Unterbrochen wird der Wall durch die Zufahrt, die während der Bauarbeiten genutzt wurde. Diese soll für Rettungsdienste bestehen bleiben, aber mit einer abschließbaren Sperre versehen werden. Die Anwohner sind der Meinung, dass die Rettungswagen über den Langen Sal anfahren können. Sie sehen die Informationsveranstaltung als "lästige Abarbeitungsveranstaltung, die demokratische Einwand- und Umgestaltungsmöglichkeiten der Bürger vorgaukeln sollen."
Stadtsprecher Heinrich Helms versteht die Aufregung der Bürger nicht. Alle Punkte, die bei der Bürgerinformationsveranstaltung angesprochen wurden, seien eingehalten worden. Helms hat in Abstimmung mit dem Landkreis einen Brief an die Anwohner geschrieben. Vielleicht kann dieser die Wogen ja glätten.