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Jordan-Fläche: Warten auf den Mietvertrag

Die Neubauten auf der Jordan-Fläche sind schon beachtlich in die Höhe gewachsen. Am 18. August ist das Richtfest geplant
os. Buchholz. Die Bauarbeiten auf der Jordan-Fläche im Herzen von Buchholz schreiten schnell voran: Bereits am 18. August soll für die drei Baukörper, in denen bis zu 150 anerkannte Flüchtlinge einziehen sollen, das Richtfest gefeiert werden. Erstaunlich: Trotz des sichtbaren Baufortschritts ist der Mietvertrag zwischen dem Landkreis Harburg und Investor Holger Cassens auch ein knappes halbes Jahr nach Baustart noch immer nicht unterschrieben.
Wie berichtet, hatte es rund um das Bauprojekt viel Kritik gegeben. Vor allem die kurzfristig herbeigeführte Entscheidung in den politischen Gremien, die vergleichsweise geringe Summe beim Grundstücksverkauf, die Übernahme des Kanalanschlusses für rund 200.000 Euro durch die Stadt sowie die mangelhafte Information der Anwohner wurden dem Landkreis Harburg und der Stadt Buchholz vorgehalten.
Die vergangenen Wochen habe man genutzt, um die Details des Mietvertrages abzusprechen, erklärt Landkreis-Sprecher Johannes Freudewald. Auch bei der Leistungsbeschreibung der Wohnungsausstattungen, z.B. bei den Bädern, habe es noch Abstimmungsbedarf gegeben. „Jetzt ist der Vertrag unterschriftsreif“, versicherte Freudewald. Über Vertragsdetails ist nichts bekannt, die Miethöhe liegt in „ortsüblicher Höhe“ und dürfte damit zehn Euro pro Quadratmeter betragen.
Man habe zudem mit dem Investor vereinbart, die Zielgruppe, die mittelfristig in den Neubauten wohnen sollen, zu erweitern, sagte Buchholz‘ Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse auf WOCHENBLATT-Nachfrage. Damit wurde u.a. dem Antrag der FDP-Ratsfraktion Rechnung getragen, auf der Jordan-Fläche auch sozial schwache Mieter unterzubringen. Erst einmal sollten anerkannte Flüchtlinge dort hinziehen, mittelfristig aber auch bedürftige deutsche Familien, so Röhse. Wie die Belegung der Neubauten in Sichtweite zum Rathaus am sinnvollsten ist, soll im Herbst eine Projektgruppe ermitteln. Zu dieser sollen neben der Stadt und dem Landkreis auch Vertreter der Wohngeldstelle und des Buchholzer Bündnisses für Flüchtlinge gehören.

KOMMENTAR

Ein Projekt voller Fragezeichen

Das Neubauprojekt auf der Jordan-Fläche bleibt voller Fragezeichen. Das ist nicht die Schuld von Investor Holger Cassens, sondern seiner Verhandlungspartner.
Dass noch immer nicht abschließend geklärt ist, wie die Häuser genutzt werden sollen, ist höchst ungewöhnlich. Normalerweise wird erst die Nutzung abgestimmt und dann gebaut. Hier hat der Landkreis Harburg kein gutes Bild abgegeben.
Auch warum der Investor zunächst nur elf der 24 Stellplätze auf dem 2.200-qm-Areal nachweisen muss, bleibt ein Rätsel. Zuständig dafür ist die Buchholzer Verwaltung um Bürgermeister Röhse. Gerade mit einer möglichen Änderung der Mieterstruktur muss das angepasst werden. Wobei sich der Bürger fragt, wo auf der dichtbebauten Jordan-Fläche überhaupt noch Platz für ein Auto sein soll... Oliver Sander