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Öl in den Schlaglöchern

Dieser Zustand beunruhigt die Anwohner im Falkenweg: Öl sammelte sich zuletzt in den Schlaglöchern (Foto: Michael Dreier)
 
Michael Dreier misst nach: Dieses Schlagloch ist 17 Zentimeter tief

Buchholz: Zustand der Sandwege ist katastrophal / „Nachhaltige Instandsetzung ist schwierig“

os. Holm-Seppensen.
Dass der Zustand des Falkenwegs in Holm-Seppensen katastrophal ist, das ist seit vielen Monaten bekannt. So schlimm wie in den vergangenen Tagen aber sah es an dem Sandweg noch nie aus: Zu den tiefen Schlaglöchern gesellten sich Öllachen, die bei den Anwohnern für zusätzlichen Ärger sorgten. „Wir fahren uns jetzt hier nicht nur unsere Autos kaputt, sondern tragen auch noch den ganzen Dreck in die Wohnung“, ärgert sich Michael Dreier, der am Falkenweg wohnt. So wie ihm ging es auch Bürgern am Reh-, Vesper- und Luisenweg sowie in Suerhop. Auch hier kam es zu Verschmutzungen durch Öl.
Wie berichtet, hatte das WOCHENBLATT zuletzt im Juli über den katastrophalen Zustand des Falkenwegs berichtet, nachdem die SPD-Ratsfraktion einen Fragenkatalog an die Stadtverwaltung geschickt hatte. Der Ausbau des Sandwegs sei vor 2021 nicht möglich, hatte Jürgen Steinhage, Leiter des Fachbereichs Betriebe bei der Stadt Buchholz, damals gesagt. Es sei denn, die Politik gebe zusätzliche Mittel im Haushalt für den Straßenausbau frei.
Erst im November waren der Falkenweg und andere Sandwege mit einer sogenannten Tränkdecke ausgebessert worden, doch schon nach wenigen Wochen waren die Schlaglöcher wieder da. „Die Situation ist extrem gefährlich, zumal im Falkenweg auch noch die Beleuchtung schlecht ist“, erklärt Anwohner Dreier. Der Stadt ist die prekäre Lage bewusst, doch: „Eine nachhaltige Instandsetzung ist gerade im Herbst und im Winter schwierig“, erklärt Fachbereichsleiter Steinhage. Dafür brauche man langanhaltendes, trockenes Wetter.
Woher kamen die Ölfilme? Vermutlich habe das feuchte Wetter dafür gesorgt, dass das Rapsöl, das dem verwendeten Material („Compomac“ der Firma „Deutag“) beigemengt wird, nicht verflüchtigen konnte und sich in den Pfützen gesammelt habe. Eine Gefahr für Mensch und Umwelt bestehe nicht, beruhigt Steinhage. Das Material sei schon oft zur Reparatur der Tränkdecken genutzt worden. Michael Dreier besänftigt das wenig: „Der Dreck in unseren Wohnungen bleibt. Eigentlich müssten wird die Reinigungskosten für unsere Teppiche an die Stadt weitergeben.“ Gerade Hundebesitzer klagen über den vermehrten Reinigungsbedarf, weil ihre Tiere besonders viel Schmutz aus der Natur in die Häuser tragen.
Wie soll es weitergehen an den Sandwegen? Die Stadt setzt auf die Fortführung des Ausbauprogramms für Sandwege. Dieses gilt zunächst bis 2023. Die Bürger in den betroffenen Straßen müssten solange immer wieder mit Schlaglöchern leben, erklärt Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse. Und die Stadt müsse für die - oft kurzlebigen - Instandsetzungen weiter rund 500.000 Euro Kosten pro Jahr ausgeben.

Auf ein Wort

Ausbauprogramm konsequent umsetzen

Wenn mich Freunde besuchen, staunen sie nicht schlecht, dass es in Buchholz noch Straßen wie zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts gibt. Die Sandwege sind gerade im Winter in extrem schlechtem Zustand und letztlich ein Fass ohne Boden, da jede Reparatur letztlich nicht nachhaltig, sondern Flickschusterei ist. Was kann man tun? Für mich ist die konsequente Umsetzung des Ausbauprogramms die dringendste Aufgabe. Anwohner können sich lange darauf vorbereiten. Das Programm bedeutet genaues Arbeiten in der Verwaltung und Entgegenkommen von Grundstücksbesitzern, deren Areale z.B. für Regenrückhaltebecken benötigt werden. Jede Verzögerung ist letztlich ein großer Schaden für die Allgemeinheit. Oliver Sander