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Sandweg wird doch ausgebaut

Die Politik hat beschlossen, dass jetzt doch auch der untere Teil der Lohbergenstraße ausgebaut werden soll
Buchholz: Bauausschuss folgt Empfehlung der Verwaltung zur Lohbergenstraße nicht / „Es geht um Verlässlichkeit“
os. Buchholz. Die Buchholzer Politik zeigt Muskeln gegenüber der Stadtverwaltung: Der Bauausschuss hat einstimmig empfohlen, den Sandweg Lohbergenstraße nun doch in ganzer Länge auszubauen. Die Bauabteilung wurde beauftragt, den Einwohnern - wie bei anderen Sandwegen üblich - zwei Ausbauvarianten vorzustellen und dem Ausschuss dann ein Gesamtkonzept mit der priorisierten Variante vorzulegen.
Wie berichtet, hatte die Verwaltung empfohlen, nur den oberen Teil der Lohbergenstraße bis zur Einmündung zur Wiesenstraße auszubauen. Der untere Teil bis zum Seppenser Mühlenweg sollte dagegen im jetzigen Zustand verbleiben. Auch die seit rund vier Jahren bestehende Durchfahrtsperre sollte nach der Empfehlung der Verwaltung bestehen bleiben.
Jürgen Steinhage, Leiter Betriebe bei der Stadt Buchholz, wiederholte noch einmal die Argumente der Stadt. Er führte u.a. Probleme bei der Abrechnung und „viele offene Fragen ins Feld“. Bei der Politik fruchteten diese Argumente nicht, im Gegenteil: „Es geht hier um Verlässlichkeit der Politik“, betonte FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky. Die Lohbergenstraße sei im Mehrjahres-Ausbauprogramm der Stadt Buchholz für 2017 verzeichnet. „Eventuelle Umlageprobleme dürfen nicht Grundlage für politische Entscheidungen sein. Das muss die Verwaltung lösen“, betonte Reglitzky. Er warf der Stadt „kein gutes Baumanagement“ vor.
SPD-Ratsfrau Gudrun Eschment-Reichert erinnerte an eine Drucksache aus dem Jahr 2013. Als Kompromiss sei die temporäre Durchfahrtsperre beschlossen worden. Jedem sei jedoch klar gewesen, dass diese nur bis zum Ausbau der Lohbergenstraße gilt. „Wir denken, dass wir den anderen Bürgern in dem Wohnquartier verpflichtet sind, diese Straße auszubauen“, so Eschment-Reichert. Es gebe genügend technisch Mittel, die Lohbergenstraße nicht zu einer Rennstrecke verkommen zu lassen. CDU-Ratsherr Peter Noetzel argumentierte ähnlich: „Wir sollten langfristig denken, z.B. was eine mögliche Bebauung der angrenzenden Rütgers-Fläche angeht.“
Grünen-Fraktionsvorsitzende Gabriele Wenker warnte davor, „Zoff unter den Bürgern“ zu produzieren. „Wir haben uns gefragt, ob wir nicht in der Lohbergenstraße einen Präzedenzfall schaffen, wenn wir nicht ausbauen“, so Wenker.

AUF EIN WORT

Mit offenen Karten spielen

Die Politik tut recht daran, die Lohbergenstraße auszubauen. Aus gutem Grund hat sie einmal entschieden, die Anlieger der Sandwege nicht über das OB, sondern nur über das WIE entscheiden zu lassen. Diese Regelung aufzuweichen, würde wohl bedeuten, dass in Zukunft kein einziger verbleibender Sandweg ausgebaut wird und Buchholz verkehrstechnisch im Mittelalter stecken bleibt.
Die Aussage der Verlässlichkeit der Politik sollte im übrigen auch für Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse gelten. Dem WOCHENBLATT liegt ein E-Mailverkehr zwischen Röhse und einem Bürger aus dem Jahr 2015 vor, in dem sich Röhse für den Ausbau im Jahr 2017 ausspricht. Die Sperrung sei ihm ein Dorn im Auge. Zuletzt hatte Röhse eine 180-Grad-Kehrtwende vollzogen und betont, dass ein Ausbau aus verkehrstechnischer Sicht nicht notwendig sei.
Wenn Röhse schwerwiegende Argumente gegen einen Ausbau hat, muss er diese öffentlich nennen und darüber diskutieren lassen. Darunter fällt für mich nicht der Schutz des Sportvereins TSV Buchholz 08, der Anlieger der Lohbergenstraße ist und wegen des Ausbaus rund 180.000 Euro bezahlen muss. Für mich gilt: Beim Sandwegeausbau muss jeder gleich behandelt werden.
Oliver Sander