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So fördert Buchholz den Stau: Kreisverkehr am Sprötzer Weg seit 2009 beschlossen, aber nie gebaut

Das Abbiegen wird zur Geduldsprobe: Ein Kreisverkehr könnte das Nadelöhr Sprötzer Weg entschärfen
 
Diese Litfaßsäule müsste versetzt werden.
mi. Buchholz. Es ist jeden Morgen eine Geduldsprobe: Pendler, die auf dem Weg zur B75 ihre Kinder am Schulzentrum II (Am Kattenberge) abgeben, müssen an der Kreuzung Bremer Straße/Sprötzer Weg durch ein Nadelöhr. Auf der einspurigen Kreuzung staut sich der Verkehr. Sobald jemand links auf die Bremer Straße einbiegen will, sind Autofahrer die schnell recht abbiegen wollen, gekniffen. Um das Problem zu lösen, gibt es seit 2009 den Plan, dort einen Kreisverkehr zu bauen. Doch das Projekt wurde aus Kostengründen nie umgesetzt.
Hintergrund: Der Verwaltungsausschuss der Stadt Buchholz beschloss vor gut acht Jahren, dass an dem „kritischen Knoten Sprötzer Weg - Bremer Straße im Sinne einer leichteren Verkehrsführung die Entwicklung eines Kreisverkehrs vorzunehmen ist.“ Vorher sollte die Verwaltung allerdings Alternativen prüfen. Das Ergebnis: Die Experten aus dem Rathaus empfahlen den Bau eines „Mini-Kreisels“. Durchmesser 23 Meter, mit überfahrbarer Mittelinsel. Grundstücksankäufe seien dafür nicht erforderlich. Die Kosten wurden damals mit rund 215.000 Euro beziffert. Doch weil kein Geld da war, wurde der Beschluss nie umgesetzt. Bis heute hat sich die Politik nicht darum gekümmert, die notwendigen Gelder in die folgenden Haushalte einzustellen.
Doch das könnte sich jetzt ändern. Denn im Zuge der Umbauten für den Mühlentunnel - bei denen auch die Kreuzung Bremer Straße, Steinbecker Mühlenweg, Seppenser Mühlenweg zu einem Großkreisel umgestaltet werden soll - wird auch der vergessene Minikreisel wieder aktuell, so FDP-Fraktionsvorsitzender Arno Reglitzky, dessen Partei das Thema damals auf die Tagesordnung brachte. Reglitzky: „Jahrelang wurde der Beschluss nicht beachtet. Die sieben Jahre bis die Umgestaltung am Mühlentunnel abgeschlossen sind, sollten wir jetzt nutzen, um durch den Minikreisel schon kurzfristig Entlastung auf der Strecke zu schaffen.“
Auch bei den anderen Fraktionen steht man dem Bau des Kreisels positiv gegenüber. „Prinzipiell halten wir den Beschluss immer noch für richtig, allerdings muss geprüft werden, ob der Kreisel auch nach dem Umbau des Mühlentunnels noch sinnvoll ist“, so der Fraktionsvorsitzende der SPD, Wolfgang Niesler. Bei der CDU kann sich Fraktionschef Andreas Eschler nicht erklären, warum das Thema jahrelang nicht weiter verfolgt wurde: „Im Zuge des Mühlentunnelausbaus sollte man das gleich mit machen, schließlich ist gerade hier ein Neubaugebiet geplant, so dass das Verkehrsaufkommen noch steigen wird. Wir überlegen, in diesem Punkt auf die FDP zuzugehen.“ Auch die Grünen befürworten einen Kreiselbau, wenn die Verkehrssicherheit für Radfahrer gewährleistet bleibe, so Fraktionsvorsitzende Gabriele Wenker.
Fazit: Alle sind für den Kreisverkehr, doch keiner beantragt, ihn zu bauen. Das wäre aber laut Heinrich Helms, Pressesprecher der Stadt Buchholz, heute wie damals zwingend notwendig. „Die Initiative liegt bei der Politik, wenn nichts beschlossen wird, wird auch nichts gebaut.“ Für Autofahrer bedeutet das, sie werden wohl noch lange im Stau stehen. Denn selbst wenn man im Grundsatz übereinstimmen mag, bleibt auch wahr, dass der Stadtrat in Verkehrsfragen nicht unbedingt für schnelle Einigungen bekannt ist.

Kommentar


Ein Rechtsabbieger-Streifen täte es auch
Ein Kreisverkehr wäre sicher der Königsweg. Mit ein bisschen mehr Elan in der Verwaltung und deutlich mehr Druck aus der Politik ließe sich das Projekt wohl auch noch in diesem Haushaltsjahr verwirklichen. Das fehlende Geld könnte aus den Mitteln zum Umbau der Lohbergenstraße - der wohl wegen der Neuplanung noch nicht stattfinden wird - genommen werden.
Doch es muss nicht mal ein Kreisel sein. Um die Situation am Sprötzer Weg deutlich zu entspannen, ist es völlig ausreichend, dort einen Rechtsabbieger zu schaffen. Platz dafür wäre ausreichend da. Lediglich die Litfaßsäule - ohnehin ein Buchholzer Anachronismus - müsste weg. Die Maßnahme wäre wohl für 20.000 bis 30.000 Euro umsetzbar. Das sollte eine Summe sein, die eine Stadt wie Buchholz, die über einen 70 Millionen Etat verfügt, sicher auch im laufenden Haushaltsjahr irgendwie zur Verfügung stellen könnte. Jedenfalls wäre damit dem Bürger mehr geholfen, als jetzt erst wieder für viel Geld zu prüfen, ob ein 2009 beschlossener Kreisel immer noch sinnvoll ist, wie es der SPD und wohl auch der Stadtverwaltung vorschwebt.
Mitja Schrader