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Erst Clement, jetzt das Kunsthaus - Jesteburg setzt auf Immobilien

Das Kunsthaus möchte die Gemeinde Jesteburg für 300.000 Euro kaufen
mum. Jesteburg. Andere Gemeinden platzen vor Neid, wenn sie an Jesteburgs finanzielle Möglichkeiten denken. Am Mittwochabend hat der Gemeinderat in nichtöffentlicher Sitzung den Kauf des Kunsthauses an der Hauptstraße 37 abgesegnet. Etwa 300.000 Euro soll die ehemalige Volksbank-Filiale kosten, die einem Jesteburger Unternehmer gehört. Bereits im Oktober hatte Jesteburg das angrenzende Clement-Areal in der Ortsmitte für 900.000 Euro erworben.
"Auf der Bank gibt es nur 0,5 Prozent Zinsen", sagt Jesteburgs Gemeindedirektor Hans-Heinrich Höper. "Da macht es Sinn, unser Finanzvermögen für solche Investitionen zu nutzen." Bemerkenswert: Für beide Transaktionen musste Jesteburg keine Kredite aufnehmen. Und: Es seien sogar noch finanzielle Reserven vorhanden.
Trotz guter Argumente war die Entscheidung im Rat kein Selbstgänger. Während die SPD-Fraktion geschlossen für den Kauf stimmte, hätten die Grünen sowie drei CDU-Ratsmitglieder die Immobilie lieber weiter gemietet. Zuletzt zahlte die Gemeinde 25.000 Euro pro Jahr. Höper geht nun davon aus, dass der Kauf bereits im Januar abgewickelt ist.
Positive Nachrichten hatte der Gemeindedirektor in Bezug auf das Clement-Areal. Die Gemeinde hat das denkmalgeschützte Gebäude sowie ein dazugehöriges etwa 1.500-Quadratmeter-Grundstück für 100.000 Euro an Hossein Salehmanesh verkauft. Laut Höper hat sich der Jesteburger Unternehmer dazu verpflichtet, das Gebäude zu erhalten. "Dazu wird er mindestens 600.000 Euro investieren müssen", vermutet der Gemeindedirektor. Allerdings ist noch nicht klar, was Salehmanesh mit dem Gebäude plant. Die Rede ist von Gastronomie oder Gewerbe.
"Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem Kauf der beiden Immobilien richtig liegen", sagt Jesteburgs Bürgermeister Udo Heitmann (SPD). "Wir haben jetzt die Möglichkeit, ein Gesamtkonzept für die Ortsmitte zu erstellen ohne dabei Rücksicht auf andere Eigentümer nehmen zu müssen." Höper ergänzt: Im Frühjahr werde es ein öffentliches Forum zum Thema Ortsmitte geben. "Ich appelliere an die Jesteburger, sich daran zu beteiligen. Sie haben die Möglichkeit, die Ortsmitte mitzugestalten." Bislang waren unter anderem Wohnungen, Geschäfte und ein Bürgerpark im Gespräch.
Stichwort "Clement-Haus": Das um 1815 erbaute Clement-Haus in der seltenen L-Form gehört zu den Baudenkmälern in Jesteburg. Weil hier die Forstverwaltung residierte, nannte man es "Försters Hus". Seit dem Auszug der Försterei um 1850 ist das Fachwerkhaus im Besitz der Familie Clement, die hier über fünf Generationen eine Bäckerei geführt hat. Inzwischen wurde diese an das Café Kühn verpachtet.
Stichwort: "Kunsthaus": Nachdem die Volksbank das Gebäude aufgegeben hatte, öffnete dort das "Café Miró". Die gleichnamige GmbH, die den Künstlertreff in Jesteburg betrieben hatte, musste zum 31. Mai 2008 Insolvenz anmelden. Der Verein "Kunstwoche Jesteburg" führt die Räume seitdem unter der Bezeichnung "Kunsthaus Jesteburg" weiter. Seit etwa drei Jahren zahlt die Gemeinde die Miete.