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Vertrag unterzeichnet: Lateinformationen künftig unter BW-Logo

Bei der Vertragsunterzeichnung zum Vereinswechsel: (vorn, v. li.) Arno Reglitzky und Hansgeorg von Thun sowie (hinten v. li.) Dr. Hans-Hermann Damlos, Werner Gandy, Björn Poll, Stefan Weihrauch und Wilfried Geiger
os. Buchholz. Der Wechsel der Lateinformationen vom Tanzsportkreis (TSK) Buchholz 08 zu Blau-Weiss (BW) Buchholz ist in trockenen Tüchern. Am Donnerstag unterzeichneten der BW-Vorstand sowie TSK-Abteilungsleiter Hansgeorg von Thun den entsprechenden Vertrag. Wie berichtet, war der Wechsel der rund 90 aktiven Tänzer - von der Bundesliga bis zur Landesliga - notwendig geworden, da der TSV Buchholz 08 die Sportler aus wirtschaftlichen Gründen nicht in ihren Reihen halten konnte und wollte. "Ich denke, wir haben den Wechsel so organisiert, dass wir uns weiter in die Augen schauen können", sagte von Thun.
Bei der Pressekonferenz wurde deutlich, dass sich BW die Aufnahme der Sportler nicht einfach machte. "Für uns ist das fast eine Gratwanderung", sagte BW-Vorsitzender Arno Reglitzky. Man gehe ins finanzielle Risiko, da man den Leistungs-Tanzsport in Buchholz nicht untergehen lassen wolle. In der abgelaufenen Saison habe der Fehlbetrag der Tänzer bei einem 100.000-Euro-Etat bei rund 14.000 Euro gelegen, erklärte Björn Poll vom TSK. Im kommenden Jahre rechne man mit einem Minus von ca. 17.000 Euro. Das soll über den BW-Gesamtverein ausgeglichen werden. BW-Vorstandsmitglied Dr. Hans-Hermann Damlos betonte, dass den mehr als 6.000 Vereinsmitgliedern in 41 Sparten durch die Aufnahme der Lateintänzer keine Nachteile entstehen. Auch Beitragserhöhungen werde es nicht geben, so Damlos. Inwieweit sich die finanziellen Aufwendungen für die neue Sparte auf die Hallenbau-Pläne von BW auswirken, steht derzeit noch nicht fest. Wie berichtet, will der Verein für rund 1,2 Millionen Euro eine neue Halle errichten, um den Engpässen bei den Kapazitäten entgegenzuwirken. Man halte an den Hallenbauplänen fest, betonte BW-Vorstandsmitglied Wilfried Geiger.
"Wir brauchen Leuchtturm-Projekte in Buchholz und haben auch eine Verantwortung gegenüber den Sportlern", erklärte Geiger. Die Lateintänzer hätten sich in den vergangenen elf Jahren einen hervorragenden Ruf erarbeitet. "Das strahlt weit über Buchholz hinaus und wird auch unseren Verein attraktiver machen", so Buchholz' Ex-Bürgermeister. Man hoffe, das auch der Tanz-Breitensport profitiere. "Leistungssportler sind das Salz in der Suppe eines Sportvereins und als Vorbilder immens wichtig", erklärte BW-Vorsitzender Reglitzky.
Bei der Mitgliederversammlung des TSK am Mittwoch herrschte laut von Thun und Poll "eine richtige Aufbruchstimmung". Die Tänzer hätten jetzt eine gute Zukunft. Das Konzept sei von allen Aktiven gutgeheißen worden, auch die Eltern hätten breite Zustimmung signalisiert. Mehr noch: Einige Eltern brachten die Gründung eines Fördervereins für die Lateintänzer ins Spiel. Übrigens: Die Breitensport-Tänzer des TSK sollen 08 erhalten bleiben.
Noch nicht endgültig geklärt ist, wie künftig mit dem Tanzparkett verfahren wird. 08 pocht darauf, die rund 34.000 Euro teure Spezialanfertigung zu behalten. "Juristisch gehört das Parkett sicherlich 08, moralisch aber uns", sagt von Thun. Die Abteilung habe das Parkett durch viele Aktionen zum allergrößten Teil selbst finanziert. "Vielleicht finden wir ja noch eine Lösung", sagt von Thun. Rechtlich durch 08 wird zudem der Übergang der Musikrechte auf Blau-Weiss zum 1. Juli geprüft.
Der erste große Auftritt im neuen Verein steht für das A-Team bei den deutschen Meisterschaften am 12. November in Bamberg auf dem Programm. Kurz davor ist eine öffentliche Generalprobe geplant. Das Heimturnier in der ersten Bundesliga steht am 28. Januar 2017 auf dem Programm. Es wird das zweite Turnier der neuen Saison nach dem Auftakt zwei Wochen zuvor in Bremen.

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