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Abschied und Neubeginn

Carl-Michael Hofmann freut sich über den Neubeginn im Restaurant "Dodenhusen" in Daensen. Vom Inventar der "Seeburg" trennt er sich

Carl-Michael Hofmann versteigert das Inventar des Landgasthofes "Seeburg"


ab. Neukloster/Daensen. Die Ära "Landgasthof Seeburg" geht dem Ende zu: Diesen Samstag, 23. Januar, kommt das bewegliche Inventar des Restaurant- und Hotelbetriebes in Neukloster unter den Hammer. "Man muss sich auch von Dingen trennen können, die eine Geschichte erzählen", sagt Carl-Michael Hofmann. Der 55-Jährige gibt nahezu alles auf, was sich seit dem Jahr 1936 in Familienbesitz befand. "Ich könnte jetzt in Wehmut verfallen", so Hofmann, "aber es ist für mich reizvoller, von all diesen Dingen Abschied zu nehmen und etwas Neues zu beginnen."

Damit meint der Gastronom das Restaurant am Golfclub in Daensen, das "Dodenhusen".

"Wir haben eigentlich darauf hingearbeitet, dass eines meiner Kinder die "Seeburg" weiterführt", erzählt er. So, wie er im Jahr 2000 den Betrieb von seinen Eltern übernommen hat. Doch die Kinder haben andere Pläne: Sohn Carl-Philipp (25), ebenfalls Koch, ist nach Australien ausgewandert, Tochter Carolin (22) befindet sich mit ihrem Studium der Ökotrophologie im Endspurt.

"Man kann seinen Kindern nicht das Leben vorschreiben", findet Hofmann, der selbst viel unterwegs war, vor allem beruflich. So ist er nach seiner Lehre in Hamburg im Jahr 1978 als Schiffskoch bei der deutschen Marine zur See gefahren. "Ich habe versucht, meinen Kollegen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern", erinnert er sich. "Bei einer Schicht von vier Stunden Schlaf und vier Stunden Arbeit im Wechsel gehört das Essen zum Höhepunkt des Tages."

Wieder an Land, geht er nach Hamburg zurück und arbeitet dort im Plaza am Hamburger Congress Center CCH. Im Jahr 1985 macht Hofmann seinen Küchenmeister, heiratet 1988 und beschließt zwei Jahre später, mit seiner Frau Sabine in den Schwarzwald zu gehen. Noch bevor der Koch seine neue Stelle antreten kann, stellt sich heraus, dass er Vater wird. "Ich habe sehr viel gearbeitet und meine Frau hat es allein im Schwarzwald nicht ausgehalten. Ein Jahr später sind wir zurückgekehrt und bei der 'Seeburg' eingestiegen."

Doch nun ist die Zeit reif für Neues. "Ob ich dafür in zehn Jahren noch den Mut und die Kraft aufgebracht hätte, weiß ich nicht", sagt Hofmann. Mit einem weinenden und einem lachenden Auge verabschieden sich die Hofmanns von der "Seeburg". Versteigert werden auch ein paar Lieblingsstücke: beispielsweise ein extra für Hofmann angefertigter Drachen des Agathenburger Künstlers Helmut Malzan. "Selbst wenn ich diesen Drachen großartig finde: Er gehört einfach zur 'Seeburg' - darum müssen wir uns von ihm trennen."