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Buxtehuder Skandalhochhaus Schröderstraße 9: Die Stadt macht ernst

Der Besitzer des Hochhauses ist verschwunden (Foto: tk)
Brandschutzmaßnahmen werden beauftragt

tk. Buxtehude. Jetzt macht die Buxtehuder Stadtverwaltung richtig Druck: Im Hochhaus Schröderstraße 9 werden dringend erforderliche Brandschutzmaßnahmen jetzt amtlich angeordnet. Dabei handelt es sich vor allem um fehlende Brandschutztüren auf den Fluchtwegen. Knapp 100.000 Euro werden die Arbeiten kosten.
Wie das WOCHENBLATT kürzlich berichtete, ist der Besitzer des Hochhauses, Sven Basner, nicht mehr erreichbar. Er soll sich in angeblich Spanien aufhalten. Dorthin müssen zumindest die Mieter aus der Schröderstraße ihr Geld überweisen. Auch die bislang zuständige Immobilienverwaltung in Hamburg gibt es nicht mehr.
Die Stadtverwaltung hatte die Immobilie vor Kurzem unter Brandschutzaspekten untersucht und dringenden Handlungsbedarf festgestellt. Weil Sven Basner nicht mehr errreichbar ist, wurde der Weg der sogenannten öffentlichen Zustellung gewählt. Per amtlicher Bekanntmachung wurde Basner aufgefordert, seine Post bis Ende November im Stadthaus abzuholen. Das ist nicht geschehen. Rechtlich gilt die Benachrichtigung mit Fristende als zugestellt.
Das hat jetzt zur Konsequenz, dass die Stadt die Arbeiten selbst in Auftrag geben wird. Auf den Kosten will und wird Buxtehude aber nicht sitzenbleiben. Wenn Basner die Rechnung nicht entgegennimmt und weiterhin abgetaucht bleibt, könnte sich die Verwaltung die Summe etwa über die Mieten wieder reinholen.
Am Ende könnte sogar eine Zwangsversteigerung stehen. Auf diesem Weg hatte Basner die Immobilie vor Jahren selbst erworben. Seitdem sorgt die Schröderstraße 9 immer wieder für negative Schlagzeilen.
Die Mieter an der Schröderstraße kommen noch vergleichsweise glimpflich davon. Rolf Bosse, juristischer Berater vom Mieterverein in Hamburg, hat derzeit mit einem Basner-Objekt an der Grindelallee in Hamburg zu tun. Dort sollen alle Mieter wegen fehlendem Brandschutz ausziehen. Sein Ziel: Das Haus wird von der Stadt unter Zwangsverwaltung gestellt und der fehlende zweite Fluchtweg wird - ähnlich wie in Buxtehude - von der Stadt in Auftrag gegeben. Bei einem anderen Haus von Basner in Hamburg an der Ohlendorffstraße hatte der Bezirk Mitte die Regie übernommen und den vorsätzlichen Leerstand beendet. Im Zuge dieses Verfahrens wurde Basner zwangsenteignet. Buxtehude ist mit seinen Basner-Problemen also nicht allein.