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Heimatmuseum in Stade: Neues Leben für altes Haus

Dr. Hans-Eckhard Dannenberg (li.) und Dr. Sebastian Möllers vor dem 1904 errichteten Heimatmuseum
 
Dr. Hans-Eckhard Dannenberg ist Erster Vorsitzender des Stader Geschichts- und Heimatverein, dem das neogotische Gebäude aus dem Jahr 1904 gehört Fotos: bc
bc. Stade. „Ich bin optimistisch.“ Diesen Satz sagt Dr. Hans-Eckhard Dannenberg, wenn er über die Zukunftspläne für das Heimatmuseum spricht. Das Museum in Stade, das seit 2010 für Besucher geschlossen ist, in dem sich aber nach wie vor unzählige historische Exponate befinden. Dannenberg und ein engagiertes Team wollen dem Haus - eines der ältesten Museumsbauten Niedersachsens - neues Leben einhauchen.
Hans-Eckhard Dannenberg ist Erster Vorsitzender des Stader Geschichts- und Heimatvereins, dem das neogotische Backsteingebäude am Burggraben und die dazugehörige Ausstellung gehört. Eine Arbeitsgruppe aus Heimatverein und Stader Museumsverein - Träger der Stader Museen - arbeitet seit Längerem an einem Sanierungskonzept. Im Grunde steht das auch schon, jetzt muss „nur“ noch das Geld für die Umsetzung her. „Uns liegt die Zukunft des Hauses am Herzen. Bei der Finanzierung befinden wir uns allerdings noch am Anfang“, so Dannenberg.
Wie berichtet, diente das 1904 vom Heimatverein errichtete Gebäude jahrzehntelang als städtisches Museum. Der neue Plan sieht ein sogenanntes Landschafthaus vor. Ein Haus, das für Tagungen, Seminare und kulturelle Veranstaltungen angemietet werden kann. Ausgewählte Exponate sollen auch weiterhin in dem Haus bleiben. „Als Museumsfenster sozusagen“, sagt Museumsdirektor Dr. Sebastian Möllers. Der Rest wandert ins Magazin nach Ottenbeck.
Darüber hinaus ist geplant, dass der Landschaftsverband, die Orgelakademie und der Verein NOMINE mit ihren Geschäftsstellen aus dem Johanniskloster ins neue Landschaftshaus umziehen. Der Museumsverein könnte seine Museumspädagogik dort stattfinden lassen. Eine Machbarkeitsstudie stützt das Konzept. 2,7 Millionen Euro soll die Sanierung kosten, zu der auch ein Anbau mit Fahrstuhl gehört.
Derzeit sind die Macher damit beschäftigt, Finanzierungsmöglichkeiten auszuloten. Dass ein Großteil der Kosten von der Denkmalpflege übernommen wird, ist ausgeschlossen. Der Versuch, das Haus als Denkmal von nationaler Bedeutung anerkennen zu lassen, scheiterte im vergangenen Jahr. Das Haus ist mit 560 Quadratmetern zu klein. Bis zu 1,5 Mio. Euro wären drin gewesen. Jetzt planen Dannenberg, Möllers und Co. mit erheblich weniger aus dem Denkmalschutz-Topf.
In den nächsten Wochen und Monaten wollen sie nun daran arbeiten, EU-Mittel für die geplante energetische Sanierung zu bekommen. Möllers: „Dafür müssen wir genau darlegen, welche Einsparungen in welcher Höhe möglich sind.“ Parallel schaut sich der CDU-Bundestagsabgeordnete Oliver Grundmann in Berlin nach Fördertöpfen um.
Auch Stadt und Landkreis haben ihre finanzielle Unterstützung bereits signalisiert. Große Beträge sind jedoch nicht zu erwarten. Hoffnung besteht allerdings, dass Geld aus der geplanten Altstadtsanierung in Stade abfällt. Dannenberg setzt zudem auf Sponsoren.
Schon der Bau um die Jahrhundertwende war spendenfinanziert: 45.000 Reichsmark kamen seinerzeit zusammen. Dannenberg: „Ende des Jahres soll die Finanzierung stehen.“ 2020 könnte der Umbau dann beginnen. Wenn sich genug Geldgeber finden lassen.