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Nach Leidensgeschichte auf Jobsuche: "Wer nimmt mich, wie ich bin?"

Patrick Berthold ist dem Tod schon drei Mal von der Schippe gesprungen
Leukämie und Abszess im Hirn: Nach langer Leidensgeschichte will Patrick Berthold im Job durchstarten

tk. Buxtehude. Patrick Berthold (25) sucht einen Job. "Das ist für mich zur Zeit das Wichtigste", sagt der junge Mann aus Buxtehude. Dass er überhaupt auf Jobsuche gehen kann, grenzt an ein Wunder: Zwei Mal hatte er lymphatische Leukämie, Jahre später einen Abszess im Gehirn. Fast drei Jahre hat er als Kind und Jugendlicher im Krankenhaus verbracht. Patrick Berthold kann und will arbeiten - aber er braucht einen Arbeitgeber, der "mich so nimmt, wie ich bin." Für manches braucht der gelernte Kaufmann etwas länger.

Seine Krankengeschichte begann 1994 mit der ersten Diagnose Leukämie. Chemotherapie, künstliche Ernährung - ein Jahr war er in der Berliner Charité. Sechs Jahre später bricht die Krankheit erneut aus. Sein Bruder spendet ihm Knochenmark. Patrick Berthold überlebt - wieder nach einem Jahr in der Klinik.
Fünf Jahre später stellten die Ärzte bei ihm einen verkapselten Abszess in der linken Gehirnhälfte fest. Riesen-OP, ein viertel Jahr Krankenhaus. Danach, sagt Patrick Berthold, war er körperlich nicht mehr so fit. Außerdem hatte sein Gedächtnis gelitten.

Er gibt nicht auf: Obwohl er als Schüler gemobbt wurde, packt er seinen Realschulabschluss. Mit der Familie zog er nach Buxtehude. Er begann eine Lehre als Kaufmann im Einzelhandel in einem Handystore. Mithilfe von Dozenten meisterte er auch diese Hürde.

Danach folgten Jobs im Einzelhandel. Unter anderem einem Elektronikfachmarkt und einem Schuhgeschäft. Was ihm dabei fehlte: Unterstützung und Verständnis. "Manchmal hatte ich keine richtige Einarbeitung, einmal musste ich nach kurzer Zeit alleine eine Filale leiten." Wenn die Anforderungen zu hoch sind, macht der Körper nicht mehr mit. Patrick Berthold erlitt mehrere Zusammenbrüche.
Jetzt nach einer Reha will der junge Mann endlich richtig durchstarten. "Ich bin offen und will etwas Neues lernen", sagt er. Wenn er am Anfang Hilfe bekommt, sei er genauso leistungsfähig wie Menschen ohne seine Beeinträchtigung und ohne Schwerbehindertenausweis Am liebsten würde Patrick Berthold im sozialen Bereich arbeiten, etwas mit Kindern oder mit behinderten Menschen. "Wenn ich anderen helfen kann, dann geht es mit selbst gut."

• Wer Patrick Berthold helfen kann, meldet sich per E-Mail: patrick.berthold123@hotmail.com