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Null Toleranz bei auffälligen Wölfen

Die Wolfspopulation in Deutschland breitet sich exponentiell aus (Foto: DJV/Rolfes)

Landesjägerpräsident Helmut Dammann-Tamke hat Wolfsmanagement in Finnland kennengelernt

tk. Landkreis. Wenn es um die Ausbreitung des Wolfs in Niedersachsen geht, wählt Landesjägerpräsident Helmut Dammann-Tamke seine Worte mit Bedacht. Der CDU-Landtagsabgeordnete aus Ohrensen will gar nicht erst den Verdacht aufkommen lassen, dass die Jäger den Wolf wieder ausrotten wollen. Nachdem er mit anderen Landesjäger-Präsidenten in Finnland war, fallen ihm zu machen Dingen aber deutliche Worte ein: "Die Finnen haben null Toleranz bei verhaltensauffälligen Wölfen oder solchen, die durch Dörfer streifen." Dann setze sofort die Polizeijagd ein. Der Wolf werde von Amts wegen getötet.



Auch in Finnland werde kontrovers über Wölfe gestritten. Doch anders als in Deutschland wird der Wolf erstens bejagt und zweitens gibt es eine generelle Verständigung darauf, wie viele Tiere verträglich sind. Das sind rund 250 Wölfe in 25 Rudeln. Das gelte aber nur für Finnland südlich des 20. Breitengrades, so Dammann-Tamke. Nördlich, wo Lappen und Samen mit ihren Rentierherden leben, dürfe jeder Wolf auf Antrag geschossen werden. Das seien verbriefte Rechte der ethnischen Minderheit.

Nach Protesten der Wolfs-Schützer wurde die Zahl der Tiere, die getötet werden dürfen, im vergangenen Winter von 30 bis 40 Abschüssen auf 20 bis 30 gesenkt. Zudem sei die Jagd extrem streng reglementiert. Für Dammann-Tamke ist es eine wichtige Erkenntnis, dass die Wolfspopulation in Finnland trotz der Bejagung moderat angewachsen sei.

Er zieht Parallelen zu Frankreich. Auch dort werde auf kontrollierte Jagd gesetzt, um ein exponentielles Wachstum zu verhindern. Genau das geschehe aber zur Zeit in Deutschland. "Der Wolf vermehrt sich in Deutschland exponentiell", kritisiert der Landesjäger-Präsident.

Frankreich und Finnland seien genauso EU-Mitgliedsstaaten wie Deutschland, wo es bislang politisch nicht gewollt sei, den Wolf unter das Jagdrecht zu stellen. Das könne erst dann geschehen, wenn der Erhaltungszustand gut sei, lautet ein Argument der Jagdgegner. Objektiv sei das der schon jetzt der Fall, meint Helmut Dammann-Tamke. Denn die niedersächsischen Wölfe seien Teil einer deutsch-polnischen Gesamtpopulation. Und der Wolf schere sich nun einmal nicht darum, ob er die Grenze zwischen Polen und Deutschland überquere.