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Terror am Ticket-Automaten

Das bringt Bahnreisende in Rage: Der Fahrscheinautomat lässt sich nicht mit Geldscheinen "füttern"
jd. Buxtehude. Ärger auf dem Bahnhof: Metronom-Kunde will Fahrkarte lösen und erhält stattdessen einen Gutschein. Es sollte ein entspannter Ausflug werden: Gemeinsam mit seiner Frau wollte Joachim Schulz aus Buxtehude nach Cuxhaven fahren, um frische Nordseeluft zu schnuppern. Doch die Vorfreude auf den Tagestrip wurde ihm gründlich vermiest. Schuld ist der Fahrscheinautomat des Bahnunternehmens Metronom.

Zunächst fing alles ganz harmlos an: Der Buxtehuder machte sich mit zwei Zwanzig-Euro-Scheinen im Portmonee auf den Weg zum Bahnhof, um ein Niedersachsenticket zu lösen. Das kostete im alten Jahr für zwei Personen 26 Euro. Der erste Schein verschwand problemlos im Schlitz, doch den zweiten Zwanziger wollte der Automat partout nicht schlucken. Schließlich drückte Schulz entnervt die Abbruch-Taste.

Statt die erste Banknote wieder herauszugeben, druckte der Automat einen sogenannten Überzahlungsgutschein im Wert von 20 Euro aus. "Gültigkeitsdauer sechs Monate" stand auf dem Zettel. Mit einem Zehn-Euro-Schein startete der verhinderte Ausflügler wenig später einen zweiten Versuch - ebenfalls erfolglos. Erst mit Münzen - eingewechselt bei einem Taxifahrer - klappte es. Schulz ist auf Zinne: "Um die Metronom-Automaten mache ich jetzt einen großen Bogen. Zum Glück gibt es in Buxtehude noch Geräte von zwei anderen Bahnunternehmen."

Ein Blick in die Metronom-Tarifbestimmungen zeigt: Es ist zulässig, dass ein Fahrkartenautomat Überzahlungsgutscheine ausdruckt. Bei den meisten Bahnunternehmen ist das übliche Praxis. "Im Prinzip halte ich es für ein gutes Serviceangebot", meint Klaus Steinfatt vom Fahrgastbeirat. Sonst könne keine Fahrkarte gelöst werden, wenn in einem Automaten zu wenig Wechselgeld stecke.
Den Fall von Joachim Schulz findet Steinfatt allerdings haarsträubend: "Es darf nicht angehen, dass jemand statt des eigenen Geldes ungewollt einen Gutschein zurückbekommt." Er fragt sich augenzwinkernd: "Ist die Metronom-Gesellschaft etwa auf Kleinkredite der Kunden angewiesen?"

"Natürlich nicht", sagt Metronom-Pressesprecher Björn Pamperin. Dass der Automat den Zwanziger nach dem Abbruch des Bezahlvorganges nicht "ausgespuckt" habe, sei technisch bedingt: "Die Banknoten wandern aus Sicherheitsgründen gleich in eine spezielle Kassette, um sie vor Diebstahl zu schützen." Werde ein Automat von Langfingern gesprengt, sei das Geld in der Kassette trotzdem noch gesichert. Das Unternehmen sei aber derzeit dabei, Zug um Zug neue Automaten mit einer besseren Technik aufzustellen, so Pamperin: "Dann kommen auch Geldscheine wieder heraus."


Für die Gutscheine gibt es auch Geld

"Wer einen Überzahlungsgutschein einlösen will, kann sich telefonisch an unser Kundenzentrum wenden", sagt Metronom-Sprecher Björn Pamperin. Nach Durchgabe der Gutschein-Nummer werde der Betrag überwiesen. Wer das Geld lieber in bar haben möchte, müsse eine der Servicestellen aufsuchen. An den Automaten sei eine Direkteinlösung beim Erwerb einer Fahrkarte möglich, so Pamperin. Allerdings müsse der Gutscheinwert niedriger sein als der Fahrbetrag.

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