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Die Buxtehuder Bahnhofstraße ist viel besser als ihr Ruf

tk. Buxtehude. Baukräne an der Bahnhofstraße, die neue Wohn-, Geschäfts- und Bürohäuser errichten. Auf der anderen Seite hartnäckiger Leerstand, teils schon seit Jahren. Lässt sich dieser Widerspruch erklären? Das WOCHENBLATT hat bei der Wirtschaftsförderung, einem Makler und der Sprecherin der „Initiative Bahnhofstraße“ nachgefragt. Fazit: Die Bahnhofstraße ist ein Phänomen. Patentrezept gegen Leerstand gibt es nicht. Einig sind sich alle: „Diese Meile ist viel besser als Image“



Wirtschaftsförderin Kerstin Maack: Offiziell sind zurzeit fünf Leerstände gemeldet. Insgesamt ist die Leerstandquote für Buxtehude nicht besorgniserregend. Maack sieht als Aufgabe, die Verknüpfung zwischen Altstadt, Bahnhofstraße und Altkloster zu stärken. Dass an der Bahnhofstraße große Summen in Neubauten investiert werden, sei ein „gutes Signal“ für den Einzelhandel.

Thomas Zufall, Immobilienmakler bei Puttkammer: Der Fachmann kennt die Probleme. Er sucht selbst nach einem Mieter für einen neuen Erdgeschoss-Laden an der Bahnhofstraße im „Augenzentrum Ramez“. „Bislang hatten wir nur Anfragen für Gastronomiebetriebe.“
Ein Problem; „Nur Geschäfte auf der Marktkauf- und Woolworth-Seite haben genug Laufkundschaft.“ Die andere Straßenseite werde zu wenig frequentiert. Tatsache ist: Dort gibt es deutlich mehr Leerstände.

Insgesamt gebe es auch an Büro- und Praxen genug Flächen. Zufall: „Das Angebot ist zurzeit zu groß.“ Das Einzelhandelkonzept sieht die Bahnhofstraße aber überwiegend als Buxtehuder Meile für Dienstleistungen.

Beatrice Kietzmann, Inhaberin von „Sie & Dessous und mehr“ und Sprecherin der „Initiative Bahnhofstraße: „Ich wehre mich vehement dagegen, die Bahnhofstraße schlechtzureden.“ Seit dreieinhalb Jahren hat sie ihr Geschäft an der Bahnhofstraße. „Ich gebe zu, dass ich skeptisch war, als mir der Laden angeboten wurde. Jetzt bin ich restlos überzeugt von diesem Standort.“ Sie habe den Umsatz vervielfacht.

Mit den Geldinstituten und Arztpraxen ziehe die Bahnhofstraße täglich viele Menschen an. „Wir müssen das negative Denken aus den Köpfen verbannen“, sagt Kietzmann. Sie sieht auch für Einzelhändler noch Potential. Allerdings: Für manche Objekte müssten die Mieten runter, damit Existenzgründer eine Chance hätten. „Wir müssen der Zubringer zur Altstadt werden“, ist ihr Motto.

Dass eine offizielle Initiative der Stadt dem Leerstand den Kampf angesagt macht, ist nicht zu erwarten: In der Fortschreibung des Einzelhandelskonzepts wird dem Leerstandsmanagement in der Altstadt oberste Priorität eingeräumt. Um die Bahnhofstraße müssten sich vorallem die Initiativen vor Ort kümmern.

Was ist Ihre Meinung? Was fehlt auf der Bahnhofstraße, was könnte verbessert werden? Eine Mail an tk@kreiszeitung.net oder direkt über diese Seite hier