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Die FDP in Buxtehude zerlegt sich selbst

Da war die liberale Welt vor einigen Wochen noch in Ordnung: Die FDP-Kandidaten mit Henry Bax (Fünfter v. re.) und Dörte Matthies (re. daneben) (Foto: FDP)
Henry Bax tritt von allen Posten zurück und übt heftige Kritik an Ratsfrau Dörthe Matthies

tk. Buxtehude. Noch vor der ersten Sitzung des neuen Rates hat sich die Buxtehuder FDP zerlegt. Der neugewählte Ratsherr Henry Bax hat sein Mandat zurückgegeben bevor er es angetreten hat. Gleichzeitig hat er den Vorsitz des FDP-Ortsverbandes niedergelegt und sein Parteibuch zurückgegeben. Bax macht dafür vor allem die FDP-Ratsfrau Dörte Matthies verantwortlich: Er spricht in einem offenen Brief von "unüberbrückbaren Differenzen". Was ist bloß los mit der FDP, die mit neuem Schwung durchstarten wollte?



Bax erklärt auf WOCHENBLATT-Nachfrage, dass sich Dörte Matthies von vornherein zur Wahlsiegerin erklärt habe und unabgesprochen die Führung der Zwei-Mann-Fraktion beansprucht habe. Zwischen dem Matthies-Flügel, unterstützt von Ex-Ratsherr Rudolf Fischer als graue Eminenz, und dem Bax-Team im Kommunalwahlkampf habe es grundsätzliche Meinungsverschiedenheiten über die Ausrichtung der Buxtehuder FDP gegeben. Matthies hatte sich für ein Zusammengehen als Gruppe mit der BBG/FWG als Gruppe stark gemacht. Das fand aber keine Mehrheit.

Eine Idee von Bax und dem Wahlkampf-Team: Matthies, die erstmals auch im Kreistag sitzt, verzichtet auf ihr Mandat im Buxtehuder Rat und macht Platz für André Grote, der dann gemeinsam mit Henry Bax FDP-Politik an der Este machen könnte. Das Ziel: So viele Liberale wie möglich in der Politik zu platzieren. Matthies im Kreistag, Bax und Grote im Rat und Bernd Prang, Ex-SPD-Politiker und jetzt auch Ex-FDP-Politiker, im Ortsrat Hedendorf. "Wir wollten mit vier Leuten Politik machen", sagt Bax. Vom Mandatsverzicht hielt Dörte Matthies allerdings gar nichts.
An ein klärendes Gespräch ist offenbar nicht mehr zu denken: "Ich bin raus, für mich ist Schluss", sagt Henry Bax und beendetr seine FDP-Karriere.

Mit ihm verlässt unter anderem das gerade eingetretene Ehepaar Prang die FDP. Unterm Strich wird die ohnehin überschaubare Zahl von derzeit 33 auf dann 29 FDP-Mitglieder in Buxtehude schrumpfen.
André Grote rückt jetzt tatsächlich in den Rat nach - wird aber mit Dörthe Matthies zusammenarbeiten. Er betont, dass er kein Probleme dabei sehe. Einer konstruktiven Zusammenarbeit im Rat stehe nichts im Weg.

Der jetzt vollzogene Rücktritt von Herny Bax als FDP-Chef ist vermutlich nicht der erste. FDP-Insider hatten das WOCHENBLATT einige Wochen vor der Kommunalwahl informiert, dass Bax sein Amt niedergelegt habe. Damals hatte er einen Blanko-Presseerklärung der Landes-FDP an die Medien verschickt und vergessen, seinen Namen gegen "Mustermann" auszutauschen (das WOCHENBLATT berichtete). "Blamabel", fanden das einige Liberale in Buxtehude. Matthies und Co, sollen Bax damals aber zum Weitermachen überredet haben.