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Erst der Wachtelkönig, dann der Radfahrer

Der Wachtelkönig ist vom Aussterben bedroht und daher geschützt. Das räumt ihr Vorrang vor manchen Bauprojekten ein (Foto: Martin Schulz)

tk. Neu Wulmstorf/Buxtehude. Für den CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke ist es eine „Posse“. Dass der Wachtelkönig, eine geschützte Vogelart, den Bau eines zwei Kilometer langen Radwegs zwischen Neu Wulmstorf und Buxtehude entlang der bestehenden Bahntrasse verhindert, will er nicht hinnehmen. Gemeinsam mit seinem Fraktionskollegen Helmut Dammann-Tamke hat er eine Kleine Anfrage dazu an die Landesregierung gestellt. Die Antworten zusammengefasst: Erst kommt der Vogel und dann der Radfahrer. Weder am Vogelschutzgebiet noch an Gesetzen und Verordnungen lasse sich etwas ändern.

Die Radfahrer-Piste sollte im Rahmen des Flurbereinigungsverfahrens zum A26-Bau entstehen. Die Räte aus Buxtehude und Neu Wulmstorf haben Geld dafür bereitgestellt. Das Regionale Amt für Landesentwicklung hat die Planungen aber gestoppt (das WOCHENBLATT berichtete). Bei der Umweltverträglichkeitsprüfung kam heraus: der Wachtelkönig würde unter dem Radfahrer leiden. Diskussionen am „runden Tisch“ hätten auch keine Lösung gebracht.

Die Frage der beiden CDU-Abgeordneten, ob es überhaupt eine Möglichkeit gebe, den Radweg wie geplant zu bauen, kann die Landesregierung nicht beantworten. Grund: Das Projekt war bislang - im Rahmen von Flurbereinigung und A26 - nicht Gegenstand der Planung. Ob Mehrkosten durch eine andere Radwegtrasse vom Land übernommen werden, wissen die beteiligten Ministerien noch nicht.

Für die Landesregierung ist aber klar: Der Zuschnitt des Vogelschutzgebietes „Moore bei Buxtehude“ kann nicht verändert werden. Das bedürfe der Zustimmung der Europäischen Kommission. Auch mithilfe einer Änderung von landeseigenem Recht, lässt sich der Radweg nicht realisieren. Das Bundesnaturschutzgesetz hat Vorrang.
Übrigens: In ganz Niedersachsen gibt es keinen vergleichbaren Fall - was kein wirklicher Trost für alle Radfahrer ist...