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Ist das "Technologiezentrum Buxtehude" bald Geschichte?

TZB-Geschäftsführer Günter Schadwinkel: "Die Stadt muss Geld in die Hand nehmen oder einen Schlusspunkt setzen" (Foto: wd)

tk. Buxtehude. "Wenn Du Wellen sehen willst, musst Du einen Stein werfen." Dieser Spruch steht auf der Startseite des Technologiezentrums Buxtehude (TZB) und trifft voll ins Schwarze. Wellen wird es in diesem Jahr geben. Das TZB erhalten, schließen oder sanieren? Die Debatte, die vor einigen Jahren schon einmal in der Politik geführt wurde, soll Fahrt aufnehmen. Einer der Gründe: Der Verlust der stadteigenen Tochter TZB lag 2014 bei 81.000 Euro, in diesem Jahr bei geschätzten 56.000 Euro.

"Die Stadt muss wissen, was sie will", sagt Günter Schadwinkel. Der TZB-Geschäftsführer wird in einigen Monaten in Rente gehen. Hinzu kommt: Laut Schadwinkel sind ein Großteil der Kredite fürs TZB 2019 abbezahlt. Weil die Gelder zweckgebunden waren, konnte die Stadt bislang nicht über den Verkauf des TZB nachdenken. Ein externer Gutachter soll die Zahlen in den kommenden Monaten durchleuchten.

Fakt ist: Wenn das TZB nicht voll vermietet ist, steigt der Zuschussbedarf. Jeder Euro, von Kosten für Heizung über Personal bis hin zu kleinen Sanierungsmaßnahmen, wird aus dem Stadtsäckel bezuschusst. Im Jahr 2011, so Schadwinkel, waren fast alle Flächen vermietet, das Defizit lag bei nur 3.000 Euro.

Fakt ist auch: Aus dem TZB heraus sind Firmen entstanden - etwa Implantcast und Miprotek - die große Buxtehuder Erfolgsgeschichten sind. Aber: Mittlerweile ist das Gebäude am Alten Postweg mehr oder weniger eine städtische Vermietungs GmbH. Mit Technologieförderung hat das derzeit wenig zu tun.

Es sei laut Schadwinkel nicht möglich, die Mieten so anzuheben, dass sie kostendeckend seien. Für ein Büro im TZB werden derzeit 7,60 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter verlangt. Für eine Halle sind es 5,50 Euro. Weil andere Objekte in der Stadt attraktiver seien, würde eine drastische Mieterhöhung zum Weggang einiger Kunden führen. Mit der Folge, dass der Zuschussbedarf weiter steige.

Hinzu kommt: Das Gebäude aus den frühen 80er Jahren ist ein Sanierungsfall. Schadwinkel: "Andere Technologiezentren in Niedersachsen sehen sehr viel besser aus." Es bedürfe einer ständigen Modernisierung. Das ist in den vergangenen Jahren unterblieben. Entweder, so Schadwinkel, müsse man Geld in die Hand nehmen oder "einen Schlusspunkt setzen".

Eine zukunftsgerichtete Zusammenarbeit, die sich im Rat manche vorstellen können, wäre eine enge Kooperation mit der Hochschule 21. Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt: "Wir wollen der Politik in diesem Jahr einen Vorschlag präsentieren."