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"Flaminia": Vom Unglücksschiff zum Vorzeige-Frachter

Runderneuert und zum Brennstoffsparen ausgelegt: die "MSC Flaminia" (Foto: Reederei NSB)

tk. Buxtehude. Happy-End für die "MSC Flaminia": Das Containerschiff, das mit einer Havarie im Atlantik vor zwei Jahren für Schlagzeilen sorgte, ist nach umfangreichen Umbauten und Reparaturarbeiten zurück im Liniendienst der Buxtehuder Reederei NSB (Niederelbe Schiffahrtsgesellschaft). Der Containerfrachter wurde umfassend modernisiert, sodass er jetzt ein Vorzeige-Schiff zum Einsparen von Brennstoffen ist.

Dass die "Flaminia" nicht verschrottet wurde, erklärt NSB-Sprecherin Bettina Wiebe damit, dass es noch Charterverträge "zu auskömmlichen Bedingungen" gebe, die Jahre in die Zukunft reichten.

In Rumänien hat die NSB das teils ausgebrannte Schiff in den vergangenen Monaten modernisieren lassen. Das oberste Ziel: Der Brennstoffverbrauch sollte reduziert werden. Entgegen des globalen Trends, dass Waren immer schneller von A nach B geschafft werden müssen, gilt in der Containerschiffahrt das Gegenteil: Die Schiffe sollen langsamer fahren, dadurch Betriebskosten sparen, so dass Charterraten günstiger werden.

NSB-Sprecherin Bettina Wiebe erklärt die Notwendigkeit der Brennstoffeinsparung mit Blick auf die Zahlen: 199 habe eine Tonne Brennstoff 130 US Dollar gekostet. Heute seien es schon 600 bis 700 Dollar.

Technisch wird dieser Umbau als "Retrofit-Maßnahme" bezeichnet. Schiffe, mit einem Design fürs schnellere Fortkommen, werden langsamer gemacht. Das geschieht unter anderem mit einem neuen Bug (Wulstbug) sowie einem neuen Propeller. Zusammen mit anderen Umbaumaßnahmen werden 12 Prozent Brennstoff eingespart.
Auf der Werft in Rumänien wurden zudem sämtliche Folgen des Brandes beseitigt, die Elektronik erneuert und Teile der Aufbauten renoviert.

Dem Öko-Umbau der "Flaminia" werden drei weitere NSB-Schiffe folgen. "Ältere Schiffen können durch die Umbauten mit modernen konkurrieren", so Wiebe.

• Auf der "MSC Flaminia" war im Juli 2012 ein Feuer ausgebrochen. Bei dem Unglück starben zwei Seeleute, ein Crewmitglied wird seitdem vermisst. Für Schlagzeilen in ganz Deutschland sorgte weniger die Havarie auf hoher See, sondern die darauf folgende wochenlange Odyssee der "Flaminia" auf der Suche nach einem sicheren Hafen. Diverse EU-Staaten, die theoretisch verpflichtet gewesen wären, das Schiff anlegen zu lassen, verweigerten das Einlaufen. Die "Flaminia" wurde schließlich in den Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven geschleppt und repariert.