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Straße endlich saniert

Johann Hink erinnert sich an die Geschichte der Ortsdurchfahrt Essel. Er ist in dem Dorf aufgewachsen
 
Johann Hink, von 2001 bis 2011 Bürgermeister von Kutenholz

"Erst Panzer, dann Lkw" - Ortsdurchfahrt durch das Geest-Dorf Essel hat eine bewegte Geschichte


sb. Essel. Die Ortsdurchfahrt durch das Geest-Dorf Essel in der Gemeinde Kutenholz wird am kommenden Freitagabend, 19. Dezember, wieder freigegeben. Sechseinhalb Monate war die Landesstraße 123 gesperrt. Auf einer Strecke von 1,2 Kilometern Länge wurden Regenwasserkanal, Geh- und Radweg sowie die Fahrbahn komplett erneuert. Mit der Fertigstellung zum Wochenende liegt das Straßenarbeiter-Team im Zeitplan. Restarbeiten wie die Pflasterung von Zufahrten werden Anfang kommenden Jahres erledigt.

Johann Hink (78), gebürtiger Esseler und von 2001 bis 2011 Bürgermeister von Kutenholz, erinnert sich an die Geschichte der Ortsdurchfahrt. "Als Kind habe ich auf dieser Straße gespielt", sagt er. "Damals bestand sie noch aus Kopfsteinpflaster und einem Sandweg."

Nach Kriegsende war die Dorfstraße stark mitgenommen: Panzerfahrzeuge hatten die Oberfläche beschädigt. "Anfang der 1950er Jahre wurden deshalb abschnittsweise Betonplatten auf die Steine gelegt", sagt Hink. "Später wurden diese mit einer Schwarzdecke überzogen."

In den Jahren 1971 und 1972 baute die Gemeinde Kutenholz in Essel den einseitigen Fußweg mit Regenwasserkanal. "Der hat bis heute gehalten", sagt Hink. Die Straße hielt nicht. Im Laufe der Zeit wurde die Asphaltdecke immer löchriger. Denn als Anfang 2005 in Deutschland die Autobahn-Maut für den Schwerlastverkehr eingeführt wurde, nahmen immer mehr Lkw-Fahrer den Weg durch Essel. "Die wollten die Gebühr sparen - und wir waren die Leidtragenden", so Hink. "Zum Schluss war unsere Straße so schlecht, dass die Lastwagen beim Durchfahren der Schlaglöcher in den Häusern die Gläser zum Klirren brachten."

Regelmäßig sprach der Bürgermeister bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Stade vor und drängte auf eine Sanierung der maroden Ortsdurchfahrt. "Das Konzept hatte ich längst in der Schublade, es fehlte jedoch das Geld", sagt er. Bürgerproteste führten schließlich u.a. dazu, dass im Jahr 2011 eine neue Asphaltdecke aufgetragen wurde. "Das war ein erster Schritt, aber keine Dauerlösung", erinnert sich Hink. "Zu der Zeit hieß es jedoch, dass wegen Ebbe in der Landeskasse frühestens in zehn Jahren mit einem Baubeginn zu rechnen sei."

Doch dann ging es schneller als gedacht. Dank EU-Zuschüssen wurde die ersehnte Straßensanierung jetzt realisiert. Die Gesamtkosten von 1,65 Millionen Euro teilen sich die Gemeinde Kutenholz (350.000 Euro) und das Land Niedersachsen (1,3 Millionen Euro, davon 50 Prozent Zuschuss aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung).

"Ich freue mich, dass die Straße fristgerecht fertiggestellt wird", sagt Gerhard Seba, Bürgermeister der Gemeinde Kutenholz. "Durch die Baumaßnahme und die Umleitungen waren die Bürger sehr belastet." Seba hofft, dass die zum Teil stark verengte Straße den Schwerlastverkehr durch das Dorf ausbremsen wird. "Am besten wäre, wenn die Lkw-Fahrer sich an die Umleitungsstrecke über die Bundesstraße gewöhnen und Essel in Zukunft komplett umfahren."