Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Mit den Tigern auf dem Eis

Endlich wieder auf dem Eis: Die Kufen-Cracks sind in ihrem Element
 
Eishockey ist nicht nur ein Sport für "harte Kerle": Torhüterin Vivien Pahl aus dem Schüler-Team trainiert mit den "Knaben" Benn Marquardt (li.), Jonas Panke (2.v.li.) und Jasper de Bruijn (re.)
jd. Harsefeld. Eine im Landkreis Stade "einzigartige" Sportart mit Nachwuchssorgen: Eishockey beim TuS Harsefeld. Fußball, Schwimmen, Turnen, Leichtathletik - Kinder und Jugendliche haben viele Möglichkeiten, sich in den Vereinen des Landkreises sportlich zu betätigen. Doch eine Sportart können die jungen Leute lediglich in einem einzigen Ort zwischen Oste und Este betreiben: Nur in Harsefeld wird Eishockey gespielt. Warum ausgerechnet die Geest-Gemeinde eine Hochburg der Kufen-Cracks ist, hat einen ganz einfachen Grund: Dort steht die einzige Eissporthalle der Region. Die 1. Herrenmannschaft der "Tigers" vom TuS Harsefeld ist seit Jahrzehnten eine feste Größe im norddeutschen Eishockey-Spielbetrieb. Derzeit flitzt das Team in der vierthöchsten deutschen Liga über das Eis. Doch den Verein plagen Nachwuchssorgen.

"Wir freuen uns über jeden Neuzugang im Kinder- und Jugendbereich. Auch wer über keinerlei Spielerfahrung verfügt, ist herzlich willkommen", sagt Jugendwartin Silke Lisch. In der laufenden Saison schicken die "Tigers" vier Youngster-Teams ins Rennen: die Schüler (Jahrgänge 1999 und jünger), die Knaben (2000 - 2001), die Kleinschüler (2002 - 2003) sowie die Bambini (2004 - 2008). Die Situation in diesen Kadern möchte sie zwar noch nicht als dramatisch bezeichnen, so Lisch, doch ohne Verstärkung dürfte es in Zukunft eng werden.

Besonders hart hat es diesmal die Knaben getroffen: Der Verein verfügt nur über fünf Spieler in dieser Altersgruppe. Das reicht gerade, um einen Block Feldspieler aufs Eis zu bringen. Für die Teilnahme am regulären Punktspielbetrieb wären aber drei Blöcke (15 Spieler) plus zwei Torwarte erforderlich, rechnet Trainer Vladi Vasek vor. Das tschechische Eishockey-Urgestein ist nun eine Kooperation mit dem "EHC Timmendorfer Strand" (Schleswig-Holstein) eingegangen, damit seine Schützlinge trotzdem antreten können.

"Wir bilden jetzt eine Spielgemeinschaft mit den Timmerndorfer 'Beach Boys'", berichtet Vasek. Für eine Saison gehe das in Ordnung, doch dauerhaft könne das keine Lösung sein, meint der Jugendtrainer. Wegen der großen Entfernung - Harsefeld und Timmendorf trennen immerhin rund 150 Kilometer - sei ein gemeinsames Training nicht möglich. "Trotz dieser räumlichen Distanz bilden die Jugendlichen ein tolles Team", meint Vasek. Dass ihr Zusammenspiel gut klappt, bewies die Patchwork-Truppe gleich im ersten Punktspiel: Am vergangenen Sonntag fegten die jungen Kufenflitzer den HSV-Nachwuchs mit 5 : 1 vom Eis.

Vasek ist mit diesem Saisonauftakt höchst zufrieden: "Eine beachtliche Leistung, besonders für uns Harsefelder." Schließlich könnten die Konkurrenz-Teams zwei bis vier Wochen vor Beginn der Spielsaison ihren Trainingsbetrieb aufnehmen, da in allen anderen Eissporthallen wesentlich früher als in Harsefeld das Eis aufgeragen werde. Um sich rechtzeitig an den Umstieg von den "Sommer-Schlittschuhen", den Inlinern, auf die echten Kufen zu gewöhnen, begaben sich die "Tigers"-Teams in Bremerhaven aufs Glatteis: Die dortige Eislaufhalle wurde im September zweimal vom TuS Harsefeld angemietet, damit die Eishockeyspieler ihr erstes Wintertraining absolvieren konnten.

• Wer dazu beitragen möchte, dass die jungen "Tigers" auch künftig den richtigen Biss haben, kann sich an die Jugend-Betreuerin Silke Lisch wenden, um einen Termin für ein Schnupper-Training zu vereinbaren. Die Ausrüstung kann zunächst beim Verein ausgeliehen werden. Nähere Infos unter Tel. 01 71 - 939 47 97, per Mail an silke.lisch@arcor.de oder auf der Homepage: www.harsefeldtigers.de