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Hans Alpers-Janke: "Die Jüngeren sollen jetzt ran"

Elisabeth und Hans Alpers-Janke sind ein starkes Team
bc. Nottensdorf. Ein großer Redenschwinger war er noch nie. Das gibt Hans Alpers-Janke freimütig zu. Vielmehr sieht sich der Bürgermeister der 1.500-Seelen-Gemeinde Nottensdorf als ersten Arbeiter im Dorf. Bauvorhaben haben ihn immer am meisten interessiert, von der Idee bis zur Umsetzung. Aber auch für einfache Tätigkeiten, wie Plakate aufhängen, war er sich nie zu schade. Den 65-jährigen Landwirt als „hemdsärmeligen Anpacker“ zu bezeichnen, wäre sicher nicht verkehrt.

Im kommenden Jahr will Hans Alpers-Janke nun einen Schlussstrich unter seine Bürgermeister-Karriere ziehen. Bei der Kommunalwahl 2016 wird er nicht wieder kandidieren: „Andernfalls wäre ich am Ende der Legislaturperiode 72 Jahre alt. Das möchte ich nicht. Die Jüngeren sollen jetzt ran“, sagt er im WOCHENBLATT-Gespräch. Auch seine politischen Ämter in der Samtgemeinde Horneburg und im Landkreis Stade wird er niederlegen.

Seit 1981 sitzt Hans Alpers-Janke im Nottensdorfer Gemeinderat, seit 2001 ist er Bürgermeister. Holprig ging es los. „Ich habe mich nie aufgedrängt, Bürgermeister zu werden. Das hat sich so ergeben“, sagt er. Die Wahl 2001 endete mit einem Patt. Das Los musste entscheiden. Ein denkbar schlechter Start für ein „Dorfoberhaupt“. „Danach bin ich aber zweimal einstimmig gewählt worden“, sagt Hans Alpers-Janke.

Die kontroverse Auseinandersetzung mit dem Bürgermeister gehöre dazu, das wisse er heute. „Bei manchen Entscheidungen hat man das halbe Dorf gegen sich“, sagt er. Die aktuelle Diskussion um die bislang vergebliche Suche nach einem neuen Sportplatz liefere den Beweis.

Stolz ist Hans Alpers-Janke vor allem auf zwei Bauvorhaben, die während seiner Amtszeit vollendet wurden: der neue Kindergarten und das Dorfgemeinschaftshaus, das gerade einen Anbau erhält. „Auch wenn ich anfangs für einen Standort im Ortskern plädiert habe, bin ich jetzt froh, so wie es ist mit dem Standort am Freizeitpark“, sagt er. Mit Niederlagen kann er mittlerweile gut leben: „Der große Anführer bin ich nie gewesen.“

In Norderstedt aufgewachsen, ging Hans Alpers-Janke nach der Schule zum Maschinenbau-Studium nach Hamburg. Um seinen Unterhalt zu verdienen, fuhr er Taxi. 1980 zog es ihn der Liebe wegen aufs platte Land nach Nottensdorf. Gemeinsam mit seiner Frau Elisabeth übernahm er den Bauernhof seiner Schwiegereltern - einen Milchviehbetrieb mit Ackerwirtschaft.

Mit 30 Jahren fing Hans Alpers-Janke noch einmal von vorne an, ging bei Bauer Prigge in Wiegersen in die landwirtschaftliche Lehre. Heute betreibt das Ehepaar eine Pferdepension.

Tagsüber kommt bei ihm keine Langeweile auf. Was er abends machen wird, wenn er keine politischen Sitzungen mehr zu leiten hat, weiß er noch nicht: „Ich bin kein Typ, der stundenlang ein Buch lesen kann.“

Lieber will er künftig seine Kontakte nach Hamburg auffrischen. „Ich habe viele Freunde dort. Außerdem möchte ich das große Kulturangebot stärker wahrnehmen“, sagt Hans Alpers-Janke. Sein großer Traum ist zudem ein Oldtimer. Vielleicht ein alter T1-Bus oder ein VW Cabrio, an dem er in seiner eigenen Werkstatt schrauben kann.

Seinem Nachfolger - der noch gefunden werden muss - wünscht Hans Alpers-Janke viel Erfolg - und möglichst viel Zeit: „Ich hatte den Vorteil, dass ich mir tagsüber die Zeit einteilen konnte.“