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Der Betrug geht weiter

Der mutmaßliche Ballon-Betrüger nach der Landung im Landkreis Gifhorn. Dort wurde er von der Polizei erwartet (Foto: news38.de)

Internetseiten von Karsten F. sind wieder online / Prozessauftakt am 6. Dezember.



mum. Handeloh.
Das ist kaum zu glauben! Ende Oktober gelang es dem Landkreis Harburg, sechs Homepages (unter anderem www.heideballon.de und www.hanseballon.de), auf denen Karsten F. aus Handeloh-Wörme (Samtgemeinde Tostedt) seine Gutscheine für Heißluftballon-Fahrten verkauft hat, zu sperren. Nach nicht einmal drei Wochen hat der mutmaßliche Betrüger wieder einen Weg gefunden, ahnungslosen Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Sämtliche Homepages sind wieder online. „Karsten F. hat einfach den Anbieter gewechselt und einen neuen Geschäftsführer eingesetzt“, sagt Landkreis-Sprecher Bernhard Frosdorfer. Mal wieder ist es F. gelungen, die Behörden auszutricksen. Wie berichtet, hatte die Gewerbeaufsicht des Landkreises gegen F. zwei Zwangsgelder verhängt. Der Handeloher muss 500 Euro Strafe dafür zahlen, dass er sein Gewerbe nicht abgemeldet hat. Ein Zwangsgeld von weiteren 5.000 Euro wurde ausgesprochen, weil er seinem Gewerbe nach wie vor nachgeht. F. legte jeweils Einspruch ein.
„Das Verbot unserer Gewerbeaufsicht bezog sich auf F. persönlich“, erklärt Frosdorfer. Er selbst dürfe nicht als Geschäftsführer fungieren. Tut er auch nicht. F. hat mit „1A Ballonfahrten und Events UG“ ein neues Unternehmen gegründet und mit Piotr Jan G. einen neuen „Dienstanbieter“ eingesetzt. Laut Frosdorfer fungiere F. als Gesellschafter. „Der lässt sich doch nicht das lukrative Weihnachtsgeschäft entgegen“, sagt ein Szenekenner.
Wie berichtet, wird dem Handeloher schwerer Betrug und „Fliegen ohne Lizenz“ vorgeworfen. Im Juni stand F. erstmals vor dem Amtsgericht Tostedt. Am Mittwoch, 6. Dezember, um 9.30 Uhr beginnt nun das Hauptverfahren in Tostedt. Laut Staatsanwaltschaft hat F. zahlreiche Gutscheine für Ballonfahrten verkauft, aber diese nie durchgeführt. Dabei war, davon ist die Anklage überzeugt, F. bewusst, dass er die große Anzahl an Gutscheinen nie werde abwickeln können. Die Ballonfahrten wurden immer wieder - meist kurzfristig - abgesagt.
Sowohl gegen F. als Privatperson, als auch gegen das Unternehmen Aeolus Aviation GmbH, dessen Geschäftsführer F. ist, wurde das Insolvenzverfahren eröffnet. Doch dessen völlig ungeachtet organisierte der Handeloher weiterhin Ballonfahrten.
Zuletzt hatte F. im Landkreis Gifhorn für Aufsehen gesorgt, als er bei der Landung bereits von der Polizei erwartet wurde. „Durch den Entzug von Lizenzen und die Beschlagnahme des Ballons“ habe die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr „unsere Möglichkeiten als Luftfahrtbehörde ausgeschöpft“. So kommentierte Behördensprecher Jens-Thilo Schulze die konzertierte Aktion von Beamten seiner Behörde und der Polizei gegenüber dem Online-Portal „news38.de“. Nach Informationen von „news38.de“ habe F. versucht, Teile seiner Ausrüstung dem Behördenzugriff zu entziehen: Während die Beamten damit beschäftigt waren, Ballonhülle und Fahrgastkorb in ihren Fahrzeugen zu verstauen, habe er versucht, Brenner und Gasflaschen in einem Graben zu verstecken.
• Wie das WOCHENBLATT erfahren hat, sind die Betrügereien von Karsten F. auch Thema eines Beitrags in der Sendung „Achtung Abzocke“. Sie wird am Dienstag, 28. November, um 20.15 Uhr auf Kabel 1 ausgestrahlt.

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