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"Religionsfreiheit ist nicht selbstverständlich"

Wilfried Wiegel (Mitte) diskutierte mit Michael Grosse-Brömer (li.) und Dr. Christoph Morgner über das Thema "Was haben Staat und Kirche miteinander zu tun?". Zum Schluss gab es für die Gäste einen Sack Brackeler Kartoffeln (Foto: LKG Brackel)
(mum). Martin Luther heute erleben und von ihm lernen - das konnte man auf besondere Weise bei der Veranstaltungsreihe "Brennpunkte und Stolpersteine der Reformation" im Bezirk Winsen. An drei Abenden zum Reformationsjubiläum hielt Dr. Christoph Morgner (Präses a.D. des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes) Vorträge zu den Themen "Was würde Luther uns heute sagen?", "Gewinn um jeden Preis - Luther und das Wirtschaftsleben", "Luther, die Liebe und die Frauen" sowie in der Predigt im Gottesdienst am Sonntagvormittag "Politisch Lied ein garstig Lied? - Was haben Staat und Kirche miteinander zu tun?. Zur Abschlussveranstaltung in Brackel war auch Michael Grosse-Brömer eingeladen. Er ist seit 2002 Mitglied des Bundestages sowie seit 2012 Erster Parlamentarischer Geschäftsführer der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.
In dem von Wilfried Wiegel geführten Interview mit den beiden Gästen ging es auch um den Propheten Jeremia. In einem seiner Brief beschreibt er, wie die Verbannten in Babylonien aufgerufen wurden, ihre gegebenen Möglichkeiten anzunehmen, Familien zu gründen und sich für ihre Stadt einzusetzen. Sie sollten aktiv werden und sich als Gottes Volk für ihre Mitmenschen einsetzen. "Auch heute ist jeder Christ täglich gefragt, sich für Respekt untereinander, Nächstenliebe und soziale Gerechtigkeit in seinem Lebensbereich mit seinen gegebenen Mitteln einzubringen", fasst Wiegel zusammen. Einfach die vielerorts politische Verdrossenheit als allgemeingültig anzunehmen, wäre zu einfach. Dazu zähle auch das immer weniger populär werdende Wahlrecht. Im Interview wurde deutlich, dass es gerade in der heutigen Zeit bedeutend ist, zu seinem Wort zu stehen und sich dafür einzusetzen, wie auch Luther es 1521 tat.
Auch die oft so selbstverständliche Religionsfreiheit werde laut Wiegel wenig wertgeschätzt. "Lediglich in aktuellen Zusammenhängen wie etwa der Situation in der Türkei, wird man darauf aufmerksam, dass uns unsere Religion nicht vorgeschrieben wird", so Wiegel. "Im Gegenteil, wir können unsere Religion sogar frei wählen und bei Bedarf sogar wechseln."