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Itzenbütteler Kirchfeld: B-Plan durch die Hintertür?

Um diese Fläche geht es: 10,56 Hektar sollen als neues Bebauungsgebiet mitten in Jesteburg ausgewiesen werden (Foto: Google Maps)
 
Das Kirchfeld besteht zu 80 Prozent aus Wald. Wird daraus Bauland?

Das Polit-Theater um das Itzenbütteler Kirchfeld in Jesteburg geht in die nächste Runde. Obwohl es seit Jahren Pläne gibt, das etwa zehn Hektar große Wochenendquartier zu Bauland zu machen, scheiterten diese stets - zum Glück, sagen Anwohner und Naturschützer. Jetzt steht das idyllisch gelegene Areal wieder auf der Agenda des nicht-öffentlichen Verwaltungsausschusses. Laut WOCHENBLATT-Informationen soll die Erschließung fast eine Million Euro kosten. Die etwa 30 Eigentümer müssten davon 90 Prozent selbst aufbringen. Dabei wünschen sich viele Betroffene, dass das Areal gar nicht überplant wird.

mum. Jesteburg. Über das Itzenbütteler Kirchfeld wird seit Langem kontrovers diskutiert. Im Oktober vorigen Jahres hatten SPD und Grüne die CDU-Pläne, das grüne Wochenend-Wohnquartier zu einem großen Baugebiet zu entwickeln, im Bau-Ausschuss gestoppt (das WOCHENBLATT berichtete). Im Gespräch war die Zerstückelung des 10,56 Hektar großen Areals. Doch von der Agenda ist das Thema nicht genommen worden. Der nicht-öffentliche Verwaltungsausschuss wird sich mit dem Thema „Kirchfeld“ am heutigen Mittwoch, 25. Februar, erneut beschäftigen. Dem WOCHENBLATT liegt die Ratsunterlage „Neuaufstellung eines Bebauungsplans“ vor. Demnach soll das Areal erschlossen werden. Gesamtkosten: 975.000 Euro! 90 Prozent müssen die Anwohner tragen.
Vor allem CDU-Fraktionschefin Britta Witte (zugleich auch Vorsitzende des Bauausschusses) scheint großes Interesse am Kirchfeld zu haben. Bereits Ende des vorigen Jahres gelang es ihr, das Thema wieder auf die Agenda zu bringen - dank der Stimmen von Bürgermeister Udo Heitmann und Hans-Jürgen Börner (beide SPD). Der VA beschloss damals, ein Büro mit der Erstellung der planungsrechtlichen Grundlagen für die Aufstellung des Bebauungsplanes zu beauftragen. Über einen zusätzlichen Planungsauftrag sollte auf Antrag von CDU-Frau Witte der Bau-Ausschuss beraten. Das scheiterte, denn Steffen Burmeister und Cornelia Ziegert (beide SPD) sowie Karl-Heinz Glaeser (Grüne) kippten die Pläne. Witte wollte das nicht hinnehmen: „Wir werden sehen, ob die VA-Vertreter der SPD diese Ansicht bestätigen oder erneut ändern“, sagte sie damals.
Und tatsächlich: Am Mittwoch wird erneut hinter verschlossener Tür über das Kirchfeld diskutiert. Das beauftragte Planungsbüro will das Areal mit Einbahnstraßen und Querverbindungen erschließen. Im nördlichen Bereich des Gebietes sei die Herstellung einer Wendeanlage (für Müllfahrzeuge) vorgesehen.
Die Verwaltung schlägt vor, zu einer Anliegerversammlung einzuladen, um dort „den Grundeigentümern und Erbbauberechtigten die planungsrechtlichen Grundlagen und die notwendige Erschließung zu erläuern“. Zu diesem Treffen sollte auch ein Vertreter der Bauaufsicht (Landkreis) geladen werden.
Zahlen und Fakten zum Itzenbütteler Kirchfeld:
• In den 1960er Jahren zog es zahlreiche Hamburger in die Nordheide, um in den so genannten Wochenend-Siedlungen Ruhe und Entspannung zu finden. So entstand auch das Areal rund um das Itzenbütteler Kirchfeld. Es geht im Nordwesten bis an die „Hof + Gut“-Weiden heran, im Südwesten bis an den Wald, im Südosten endet das Areal gegenüber der Einmündung zur Heidhöhe in die Itzenbütteler Straße.
• Bereits seit 2009 schlummert in den Schubladen des Bauamts der Plan, aus der einstigen Wochenendhaus-Siedlung ein Neubaugebiet zu machen, und das Areal mit mehreren gepflasterten Straßen zu erschließen.
• Das beauftragte Planungsbüro zählt 35 Grundstücke (etwa 1.000 bis 5.500 Quadratmeter). Davon sind 17 Grundstücke dauerhaft bewohnt, sieben werden als Wochenendwohnung genutzt und elf Flächen sind ungenutzt.
• Nach dem gültigen Bebauungsplan besteht das Kirchfeld zu 80 Prozent aus Wald. Die Ausgleichszahlungen für die Umwandlung von Wald in Bauland dürften nach den bisherigen Erfahrungswerten mit anderen Gebieten mehrere Hunderttausend Euro betragen. Das Planungsbüro geht jedoch von Kosten in Höhe von 38.000 bis 102.600 Euro (inklusive Pacht) aus, die nicht auf die Anwohner umgelegt werden können.