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Jork braucht eine Willkommenskultur

Die rund 40 Teilnehmer, die bei der ersten Veranstaltung dabei waren, hatten viel Spaß. Der nächste Treff der Kulturen findet am Mittwoch, 16. April, statt (Foto: oh)
bc. Jork. Premiere für den „Treff der Kulturen“: Was Susanne Graf-Geller mit dem internationalen Frauenfrühstück in Steinkirchen seit zehn Jahren organisiert, hat Petra Vogel und Marion Albers inspiriert, in Jork ein Pendant ins Leben zu rufen. Knapp 40 Frauen trafen sich jüngst in der Alten Wache, um sich näher kennenzulernen, Spaß zu haben und vor allem nützliche Kontakte zu knüpfen.

Marion Albers zeigte sich begeistert über die Auftaktveranstaltung“: „Das war wirklich gelungen. Türkische, asiatische, arabische, osteuropäische, spanische und französische Frauen waren zu Gast“, erzählt die Organisatorin. Höhepunkt war eine Bauchtanzeinlage der Tanzpädagogin Senay Bayram, die spontan ihre Hüften kreisen ließ.

Frauen mit einem Flüchtlingshintergrund waren diesmal noch nicht dabei, sind aber bei künftigen Treffen herzlich willkommen, so Albers. Der „Treff der Kulturen“ findet jeden dritten Mittwoch im Monat von 9 bis 12 Uhr statt - das nächste Mal am 16. April. Anmeldungen sind nicht notwendig. Die Initiatoren freuen sich über eine Kaffeespende oder was Leckeres fürs Büffet.

Die regelmäßigen Treffen sollen ein Puzzlestück für eine derzeit noch verbesserungswürdige Willkommenskultur in der Gemeinde werden. „Ziel ist es, ein Netzwerk zu gründen, in dem sich Frauen gegenseitig bei Alltagsproblemen unterstützen können“, erklärt Albers. Sie gibt ein Beispiel, um zu verdeutlichen, weshalb es Asylsuchende manchmal schwer in unserer Gesellschaft haben, wenn sie niemand sprichwörtlich an die Hand nimmt. „Ich habe eine Frau kennengelernt, die dachte, Hausmeister wäre in Deutschland ein hochoffizieller Titel.“ Auch die Hilfe durch die Kleiderkammer in Jork wäre bisweilen weitgehend unbekannt.

Die Ideen für künftige Treffen sprudeln nur so: Bürger aus Jork könnten Patenschaften mit Flüchtlingsfrauen eingehen, es könnten Ausflüge organisiert werden oder gemeinsame Kochaktionen. Auch der Kontakt mit Schulen und Kindergärten soll intensiviert werden. Zudem wird der runde Tisch für Integration wiederbelebt. Die Arbeitsgemeinschaft aus Verwaltung, Politik und verschiedenen Hilfsorganisationen trifft sich das nächste Mal am Montag, 31. März.

Etabliert sich der „Treff der Kulturen“ und stoßen immer mehr Frauen dazu, befürchtet Marion Albers schon Platzprobleme in der Alten Wache. Falls jemand einen geeigneten Raum wüsste, die Organisatoren freuen sich über entsprechende Angebote.