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Amtsleiter sagt ab: Führungsvakuum im Jorker Rathaus

Bürgermeister Gerd Hubert muss Plan B aus der Schublade holen (Foto: Gemeinde Jork)
bc. Jork. Warum der designierte „Superfachbereichsleiter“ der Gemeinde Jork, Holger Lohse, abgesagt hat, soll die Öffentlichkeit nicht erfahren. Darauf haben sich beide Seiten geeinigt. Fest steht nur: Der 54-jährige Ordnungsamtsleiter der Gemeinde Halstenbek hat abgesagt und wird die Stelle im Jorker Rathaus nicht antreten.

Damit fehlt in der Verwaltung weiterhin ein Ordnungs- und Bauamtsleiter. „Ich bedauere die Absage sehr“, sagt Bürgermeister Gerd Hubert. Es seien persönliche Gründe gewesen, die zu Lohses Rückzug geführt hätten.

In einem internen Schreiben kündigte Hubert an, die Situation nach der Sommerpause in Gesprächen mit den Mitarbeitern und den politischen Gremien neu zu bewerten und die weitere Vorgehensweise zu besprechen. Über einen konkreten Fahrplan schweigt sich Hubert gegenüber dem WOCHENBLATT aus: „Ich kann bisher nichts ausschließen.“

Soll heißen: Es könnte zunächst auch auf eine interne Lösung hinauslaufen - ohne neue Ausschreibung. Zum Hintergrund: Wie berichtet, sollte Holger Lohse Leiter des neu zu schaffenden Fachbereichs „Bauen und Ordnung“ werden - eine Fusion zweier Fachbereiche. So will es Bürgermeister Hubert. Nicht aber seine Mitarbeiter, die ihren Chef für seine Entscheidung öffentlich kritisierten. Ein großer Teil der Rathaus-Belegschaft fühlt sich nicht mitgenommen bei Huberts Vorgehen, strebt eine andere Form der Verschlankung der Verwaltung an.

Über die Gründe der Absage darf also trefflich spekuliert werden: Wäre Lohse in Jork angefangen, hätte er als Favorit des umstrittenen Bürgermeisters keinen leichten Stand gehabt. Zumal auch die Politik ihn nur knapp mit 13 zu zwölf Stimmen ins Amt hievte.

FDP-Ratsherr Peter Rolker dazu: „Herr Lohse kann ja auch Zeitung lesen. Es war eine gute Entscheidung, seine Bewerbung zurückzuziehen.“ Fürs Ordnungsamt sieht Rolker angesichts der jetzigen Besetzung keine großen Probleme, das Bauamt sei jedoch bei wachsenden Aufgaben schon seit Längerem führungslos und unterbesetzt. Hubert sei gut beraten, nicht erneut einen Alleingang zu wagen, sondern sein Personal mit ins Boot zu holen.

Genauso sieht es die CDU in ihrem aktuellen Newsletter: „Auf Dauer kann Gerd Hubert sein Amt nicht gegen den Rest des Rathauses ausüben.“ Vertrauensbildende Maßnahmen müssten her.