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Jork braucht keinen neuen Supermarkt

Discounter Aldi möchte sich im Gewerbegebiet "Ostfeld" vergrößern. In der Übergangszeit soll der Verkauf in einem Zelt stattfinden
bc. Jork. Das sieht schlecht aus für "Lidl": In der Vergangenheit scharte der Discounter-Riese immer mal wieder mit den Hufen, wenn es um die Ansiedlung eines neuen Marktes in Jork ging. Ein neues Einzelhandelskonzept kommt jetzt zu dem Schluss: Jork ist mit zwei Rewe-Märkten, einem Penny und einem Aldi ausreichend versorgt. "Wir empfehlen keine weitere Neuansiedlung, sondern die Bestandsmärkte zu optimieren", sagte Florian Komossa von der Gesellschaft für Absatz- und Marktforschung (GMA) im jüngsten Bauausschuss der Gemeinde. Für Bürgermeister Gerd Hubert (Bürgerverein) heißt das: Die Diskussion um Lidl hat sich vorerst erledigt.

Die Gemeinde ist Auftraggeber des Gutachtens. Zum Hintergrund: Aldi plant seinen ca. 720 Quadratmeter großen Markt im Gewerbegebiet "Ostfeld" in diesem Sommer abzureißen und durch einen größeren Neubau zu ersetzen. Ein Bauantrag ist bereits gestellt. Ohne ein neues Einzelhandelsgutachten hätte die Baugenehmigungsbehörde des Landkreises Stade jedoch kein grünes Licht für die Vergrößerung gegeben. Nach WOCHENBLATT-Informationen gibt es eine Vereinbarung zwischen Gemeinde und Aldi, dass sie die Kosten des Gutachtens an den Discounter abtreten kann.

Die GMA hat in ihrem Gutachten die Einzelhandelsstruktur in Jork intensiv analysiert. Unter anderem führte das Institut im Januar Befragungen zum Käuferverhalten durch. Das Ergebnis: Ca. 80 Prozent der Kundschaft der Supermärkte in Jork stamme aus dem Kernort. Der Rest seien Kunden auf Durchreise. Zudem läge die Kaufkraft der Jorker Bürger höher als der Bundesdurchschnitt: Pro Jahr betrage sie 5.920 Euro pro Kopf (Schnitt: 5.247 Euro).

Ein weiteres Resultat: Die bestehenden Verbrauchermärkte in Jork seien unterdurchschnittlich klein: Um langfristig wettbewerbsfähig zu sein, müssten sich Penny (500 Quadratmeter), Aldi (720 Quadratmeter) und Rewe (1.200 Quadratmeter) vergrößern.

Dem Wunsch von SPD-Ratsherr Ernst Tilsner, in Estebrügge einen Supermarkt anzusiedeln, erteilte Experte Florian Komossa eine Absage: "Estebrügge ist viel zu klein, damit dort z.B. Edeka baut."