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B3-Blitzer: Ampelsünder erhalten eine Schonfrist

CDU-Mann Jan Lüdemann hatte sich für die Blitzanlage stark gemacht
bc. Elstorf. Ganze 350 Mal haben die zwei hochmodernen Blitzersäulen an der B3 in der Elstorfer Ortsmitte schon zugeschlagen. So viele Temposünder sind seit Anfang Februar in die Laserfalle getappt und mussten Buß- bzw. Verwarngelder an den Landkreis Harburg überweisen.

CDU-Kreistagsabgeordneter Jan Lüdemann, dessen Gastwirtschaft in Sichtweite der neuen Messtechnik liegt, zieht ein positives Fazit: „Hier wird weniger gerast als früher“, so der Politiker, der sich damals sehr für die verkehrssichernde Anschaffung stark gemacht hat (das WOCHENBLATT berichtete). Immerhin 200.000 Euro ließ sich der Kreis die Anlage kosten.

In der vergangenen Woche sollte die Anlage nun geeicht werden. Denn die Säulen können nicht nur Geschwindigkeiten messen, sondern auch Rotlichtverstöße - einzigartig in der gesamten Region. Wenn es denn funktionieren würde. Polizei, das staatliche Eichamt Lüneburg-Stade sowie Vertreter des Landkreises versammelten sich am Blitzer. Das Ergebnis: ernüchternd.

„Die Kopplung zwischen Ampel und Blitzer klappt noch nicht. Es liegt wohl an der Ampel. Ein technisches Problem. Der Hersteller ist gefordert“, erklärt Kreissprecher Bernhard Frosdorfer. Das heißt: Der Laser löst zwar bei Rotlichtverstößen aus, Bußgeldbescheide darf der Kreis jedoch nicht verschicken.

Hintergrund: Nur wenn das Zusammenspiel zwischen Blitzer und Ampel geeicht ist, also normgerecht justiert wurde, darf der Kreis Strafgelder von den Sündern einholen.

Wieso wurde so lange mit dem Eichtermin gewartet, wenn die Anlage doch schon seit Anfang Februar steht? Frosdorfer: „Es hätte keinen Sinn gemacht, vor der Sanierung der B3 im Sommer die Blitzer zu eichen, da auch die Ampel erneuert wurde.“ In Kürze soll ein neuer Eichtermin gefunden werden.

Dann könnte es richtig teuer werden, hier bei Rotlicht über die Ampel zu fahren - laut Bußgeldkatalog 90 Euro und einen Punkt. Leuchtet die Ampel schon länger als eine Sekunde rot auf, werden 200 Euro fällig, zusätzlich kassiert der Übeltäter zwei Punkte in Flensburg und muss einen Monat auf seinen Lappen verzichten.