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Woher kommt eigentlich mein Frühstücksei?

Im sogenannten "Wintergarten" des Stalls: Dr. Aline Veauthier, wissenschaftliche Begleiterin des Projektes, und Landwirt Henner Schönecke. Bei ihm leben 18.000 Legehennen in Freilandhaltung
bc. Elstorf/Stade. Wo kommt eigentlich mein Frühstücksei her? Wie sieht es in einem Maststall mit Tausenden Hähnchen aus? Antworten, die vor allem Stadtmenschen selten parat haben. Die Frage nach der Herkunft ihrer Lebensmittel beschäftigt aber immer mehr Menschen. Am morgigen Sonntag, 15. September, will die niedersächsische Geflügelwirtschaft ein Stück weit zur Aufklärung beitragen. Im Rahmen des Projektes "Transparenz in der Geflügelwirtschaft" öffnen der Schönecke-Legehennenbetrieb in Elstorf (Am Schlüsselberg, Ardestorf) und der Hähnchenhalter Peter Vollmers aus Stade-Wiepenkathen (Flachsröppen) ihre Ställe.

Interessierte haben die Möglichkeit, sich von 14 bis 17 Uhr einen Eindruck von den Haltungsbedingungen der Tiere zu machen. Sie wollen den Besuchern zeigen, dass sie ihre Tiere entgegen immer wieder aufkommenden Vorurteilen tiergerecht halten. Mehr als 70 Landwirte beteiligen sich an der Transparenzoffensive.

Das WOCHENBLATT durfte sich im Vorfeld im Stall von Landwirt Henner Schönecke (40) umsehen. 18.000 Legehennen hält der Eier-Produzent in Freilandhaltung, in wenigen Wochen eröffnet Schönecke einen neuen Stall mit weiteren 20.000 Tieren, 15.000 Hennen leben bei ihm in Bodenhaltung.

365 Tage im Jahr produzieren die Tiere Eier. In der Regel jeden Morgen eins. "Bei 18.000 Hühnern sind das ungefähr 16.000 Eier täglich", rechnet Schönecke vor. Der Tagesablauf der Tiere ist immer gleich. Sie schlafen auf Sitzstangen im Stall - sogenannten Volieren - morgens saufen und fressen sie - ein Getreide-Mix aus Mais, Weizen und Soja - danach legen sie ihr Ei. Der Rest des Tages ist "Freizeit".

Auf der knapp acht Hektar großen Auslauffläche bleibt genug Platz zum Scharren und "Sandbaden". Der Gesetzgeber schreibt pro Tier vier Quadratmeter Auslauf vor. Schönecke: "Eine Henne braucht zwei Kilogramm Futter, um ein Kilo Ei-Masse zu produzieren." Viel Futter gleich viel Kot: Der Hühnermist fällt auf ein Laufband. Einmal wöchentlich wird ein Anhänger voll Kot in der eigenen Biogasanlage entsorgt.

Im Alter von viereinhalb Monaten kommen die Hennen zu Schönecke auf den Hof, ein Jahr später geht es zum Schlachthof. Mit Schwund ist zwischendurch zu rechnen. Ungefähr 1.000 Tiere sterben laut Schönecke im Jahr durch Attacken von Fuchs, Marder und Greifvögel.

Henner Schönecke und Peter Vollmers freuen sich am Sonntag auf viele Besucher. Ihr Motto: Wir haben nichts zu verbergen.

• Das Wissenschafts- und Informationszentrum Nachhaltige Geflügelwirtschaft (WING) der Uni Vechta begleitet das Projekt aus wissenschaftlicher Sicht. Mehr Informationen unter www.ngw-landesverband.de und www.wing-vechta.de

• Im Internet unter www.was-steht-auf-dem-ei.de können Verbraucher den Weg ihrer Eier rückverfolgen.