Bitte klicken Sie zur Auswahl auf eines der folgenden vier Logos:

Jan Lüdemann: "Ich bin die CDU"

Jan Lüdemann ist nicht immer der gleichen Meinung wie seine Parteikollegen (Foto: archiv)
bc. Elstorf. Die Diskussion um den Anbau an die Elstorfer Rettungswache hat es verdeutlicht. Die CDU-Fraktion in Neu Wulmstorf ist sich in jüngerer Vergangenheit nicht immer einig. Ratsherr Jan Lüdemann hat zum zweiten Mal innerhalb kurzer Zeit gegen die eigenen Parteikollegen und damit mit der SPD gestimmt.

Im Verkehrsausschuss stimmte der Elstorfer jetzt für die Erweiterung der Johanniter-Wache an der B3 in der ursprünglichen Variante und nicht für die Variante, die die übrigen Christdemokraten bevorzugen.

Wodurch sich der Grandseigneur der Neu Wulmstorfer FDP, Manfred Karthoff, in der Sitzung zu der nicht ganz ernst gemeinten Frage hinreißen ließ: "Sind Sie noch in der CDU, Herr Lüdemann?" Gefragter antwortete schlagfertig mit einem Augenzwinkern: "Ja...., ich bin die CDU." Gelächter unter den Sitzungsteilnehmern.

Was so lustig rüberkam, hat durchaus einen ernsten Hintergrund. Das WOCHENBLATT hakt nach. "Ich würde mir manchmal wünschen, dass die großen Fraktionen in Neu Wulmstorf mehr miteinander kommunizieren", so Lüdemann. Seit der letzten Kommunalwahl 2011 trete die Gemeinde auf der Stelle. "Es bringt uns nicht weiter, immer nur dagegen zu sein. Das bekommen ja auch die Bürger mit", so der Gastronom ("Zum Florian").

Eine leise Kritik an den Parteikollegen? Lüdemann: "Nein, das nicht. Aber ich lasse mich nunmal nicht verbiegen. Auch früher gab es schon CDU-Ratsmitglieder, die mal eine andere Meinung vertreten haben."

Vor einigen Wochen war Lüdemann schon einmal anderer Meinung, als er beim Votum zur geplanten Famila-Ansiedlung ausscherte und als einziger CDUler für die Einleitung des B-Plan-Verfahrens stimmte (das WOCHENBLATT berichtete). "Hierbei geht es zuerst einmal um ein Verfahren. Nicht mehr und nicht weniger. Ob Famila tatsächlich kommt, steht noch nicht fest."

In puncto Rettungswache ist die Sache etwas komplizierter. Wie berichtet, schob Lüdemann selbst eine Verlängerung des Gebäudes um drei Meter an, ruderte jetzt aber zurück, als er von den hohen Zusatzkosten hörte: "65.000 Euro sind zu viel. Als ich den Antrag formuliert habe, ging ich von ca. 10.000 Euro aus. Zudem hat die Feuerwehr erklärt, dass sie den Bedarf für eine längere Fahrzeughalle nicht zwingend sieht."

Zum Hintergrund: Das Feuerwehrgerätehaus schließt an die Rettungswache an. Die Brandschützer könnten die Wache mitnutzen, falls die Halle vergrößert werde und in Zukunft der Bedarf da sei. Die übrige CDU-Fraktion sieht es "aus kaufmännischer Sicht" (O-Ton Hans Heinrich Kanebley) durchaus als sinnvoll an, die Fahrzeughalle sofort zu verlängern.

Dass Jan Lüdemann "die CDU ist" - trotz aller punktuellen Unterschiede mit seinen Fraktionskollegen - stellte er am Freitag unter Beweis, als er auf dem Marktplatz Wahlkampf für den Bürgermeister-Kandidaten Matthias Weigmann machte.