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Neu Wulmstorf: Notwendige Planungen sorgen für Defizit

Hat alle Kosten im Blick: Neu Wulmstorfs Kämmerer Jörg Schröder

Kämmerer Jörg Schröder gibt Einblick in den Haushalt der Gemeinde für 2018 und Folgejahre


ab. Neu Wulmstorf. ab. Neu Wulmstorf. Neu Wulmstorf muss sparen! So lautet die einstimmige Aussage beim Blick auf den defizitieren Haushalt: Die Gemeinde wird das neue Jahr laut Haushaltsplanentwurf mit einem Minus von mindestens 1,3 Millionen Euro antreten. Doch in Neu Wulmstorf wird viel bewegt, und das kostet: Sei es die nahezu komplette Neugestaltung der Schullandschaft, die Erhöhung von Kinderbetreuungsplätzen und die dazu erforderlichen neuen Räume oder aber das zwingend notwendige Sanieren und Pflegen von Gebäuden wie denen der Freiwilligen Feuerwehr.

Einer, der mit sämtlichen Zahlen jonglieren muss, ist Jörg Schröder. Der Kämmerer hat alle Zahlen im Blick: Er erläutert, welche Projekte in der Gemeinde im kommenden Jahr anstehen und wie hoch die damit verbundenen Kosten sind.

„Unglaublich“ findet der Finanzverwalter, wie im Kita- und Schulbereich die Zahlen der Kinder und Jugendlichen steigen. Durch Zuzüge in die Gemeinde und Großbau-Projekte wie dem Wohnquartier an der Lessingstraße sei zukünftig mit einer noch stärkeren Wachstumsrate zu rechnen. Schröder: „Da müssen wir Geld in die Hand nehmen.“
Im Schulbereich wird kräftig durchgetauscht: Das Gebäude der Hauptschule Vossbarg wird zur Ganztagsgrundschule umgebaut, die Hauptschule an einen an die Realschule Vierkaten angrenzenden neuen Anbau verlegt, das Konstrukt wird zur Oberschule. Die Finanzierung für den Anbau trägt der Kreis, den Umbau zur Ganztagsschule vorerst die Gemeinde.

In das Gebäude Vossbarg zieht die Grundschule am Moor, die Grundschule an der Heide wandert dann in das Gebäude am Moor. „Die Grundschule an der Heide, das älteste Schulgebäude in Neu Wulmstorf, muss entweder saniert oder neu gebaut werden.“
Ist das passiert, zieht die Grundschule an der Heide zurück und das Gebäude am Moor soll zur dritten Grundschule der Gemeinde, einer weiteren Ganztagsgrundschule, werden. Gesamtinvestition: 10,65 Mio. Euro.

Für diese Maßnahmen komme zwar die Kreisschulbaukasse zu einem kleinen Teil auf, diese sei aber, laut Schröder, überbeansprucht. „Die Zahlung kann sich darum um zwei bis drei Jahre verzögern.

Noch verfüge die Gemeinde über eine Liquidität von zehn Millionen Euro, werde aber bis 2020 gut 20 Millionen Euro investieren müssen. „Bisher konnten wir es vermeiden, einen Kredit aufzunehmen. Das wird sich bald ändern“, prognostiziert der Schatzmeister.
Weitere Investitionen seien u. a. erforderlich beim Neubau einer Kita (ca. 1,6 Mio. Euro), wobei der Bereich Kindergärten mit 3,5 Mio. Euro veranschlagt wird, dem An- oder Neubau des Feuerwehrhauses in Rübke (ca. 2,3 Mio. Euro) sowie einem oder mehrerer neuer Feuerwehrfahrzeuge. Auch die Bäder-Situation schlage zu Buche: „Egal, ob saniert oder neu gebaut, auch dieses Projekt wird in die Millionen gehen“, vermutet Schröder. An reinen Planungskosten sind für 2021 750.000 Euro veranschlagt.

Eine Gefahr, dass der Haushalt 2018 vom Landkreis nicht genehmigt werde, sieht der Kämmerer nicht. „Wir haben noch Überschussrücklagen, aus denen wir gegenrechnen können.“

Problematisch könnte es hinsichtlich der Kreditgenehmigungen in 2020/2021 von mehr als zehn Mio. Euro werden. „Denn die Kreditlasten Zins und Tilgung muss die Gemeinde leisten können, was bei defizitären Haushalten fraglich ist.“

Begonnen hatten die Haushaltsplanberatungen im Oktober, ob sie, wie in den jeweiligen Ausschüssen besprochen, gebilligt werden, entscheidet der Rat in seiner Sitzung im Dezember. Es könnten sich noch leichte Abweichungen von dem aktuell berechneten Minus von 1.238.000 Euro ergeben. „Ich hoffe, dass sich das Ergebnis durch geplante Ausgaben, die dann aber in der Höhe nicht getätigt werden, noch verbessert“, sagt Schröder und weiter: „Derzeit rechnen wir bis zum Jahr 2020 mit einem Haushaltsdefizit, ab 2021 werden wir wohl ein leichtes Plus verzeichnen können.“