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Neu Wulmstorferin wehrt sich gegen Bauvorhaben

Kommt die Waldsiedlung, wird Carmen Friedrich mit ihren Hunden dort nicht mehr spazieren gehen können

Carmen Friedrich gründet Bürgerinitiative gegen Waldsiedlung

ab. Neu Wulmstorf. Als Carmen Friedrich (58) erfährt, dass die Planungen für die Waldsiedlung nach jahrelangem Stillstand vom Bauausschuss in Neu Wulmstorf nun ernsthaft angeschoben werden sollen, steht für sie sofort fest: „Dagegen musst du etwas tun!“ Mit einer Bürgerinitiative will die Neu Wulmstorferin gegen das Vorhaben der Gemeinde vorgehen: Sie befürchtet, dass intakte Natur einer Wohnbebauung für Besserverdienende weichen muss.

Nach zehn Jahren Pause kamen Ende Oktober im Bauausschuss die Pläne für die Waldsiedlung mit konkreten Vorstellungen wieder auf den Tisch: 57 Grundstücke mit je einer Größe von 1.500 bis 3.200 Quadratmetern für Einfamilienhäuser mit Einliegerwohnung sind vorgesehen (das WOCHENBLATT berichtete). Maximal 250 Quadratmeter sollen auf dem Grundstück bebaut werden können. Für Carmen Friedrich ist allein die Vorstellung des zukünftigen Verkehrsaufkommens ein Grauen. „In besser verdienen Familien werden meist zwei Fahrzeuge gefahren. Das sind ca. 120 Fahrzeuge, die am Tag zur Siedlung hin- oder von dort wegfahren“, stellt sie fest. Dazu kämen noch Fahrzeuge der Bewohner der Einliegerwohnungen.
Seit mehr als 35 Jahren lebt Carmen Friedrich am Rande des Waldgebietes, in dem die Bundeswehrsoldaten einst ihre Übungen abhielten. „Früher war hier Sperrgebiet“, erinnert sich Friedrich, „seit es geöffnet wurde, gehe ich hier häufig spazieren.“ Damit ist sie nicht allein: Viele Bewohner aus der Heidesiedlung und dem Umkreis nutzen das ehemalige Truppenübungsgelände für ihre Freizeitaktivitäten. „Es ist ein wertvolles Naherholungsgebiet - das sollte man nicht einfach zerstören“, findet Friedrich.
Die Natur liegt Carmen Friedrich am Herzen. Sie selbst hat einige Hunde und betreut auch Tiere aus der Nachbarschaft. Mit ihnen geht sie zwei Mal täglich ins Gelände. Dabei begegnen ihr immer wieder Neu Wulmstorfer, die ebenfalls gegen die Waldsiedlung sind - wie Petra Herden oder Lilo Köck aus Fischbek. Auch sie kommen regelmäßig in das Waldstück. „Wir werden hier zugepflastert“, fürchtet Köck.

In letzter Konsequenz würde Carmen Friedrich sogar wegziehen - doch bevor sie das tut, will sie kämpfen. „Aber alleine schaffe ich das nicht“, sagt sie. Wer sich ihr anschließen will, erreicht Carmen Friedrich unter gegendiewaldsiedlung@web.de