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„Es geht auch anders“: Kritik an der Ferien-Schließung der Kitas

Während der Sommerferien werden die Kitas für drei Wochen geschlossen (Foto: Fotolia Sergey Novikov)
 
„Die Schließzeit muss nicht sein, das kann man auch anders regeln“, sagt Elke Pranz
as. Nenndorf. Derzeit ist es ruhig in den Kindergärten der Gemeinde Rosengarten: während der Sommerferien schließen neben den Schulen auch die Kitas für einige Wochen. Noch bis Ende Juli gilt die Schließzeit.
„Diese Schließung der Kitas in den Ferien ist kundenunfreundlich“, kritisiert Elke Pranz (67) aus Klecken. Die Erzieherin im Ruhestand hat rund 40 Jahre als Kita-Leiterin in Hamburg und Rosengarten gearbeitet.
Die mehrwöchige Schließung der Kitas in den Sommerferien würde an den tatsächlichen Bedürfnissen der Familien vorbeigehen, glaubt Elke Pranz. „Eltern, die keine schulpflichtigen Kinder haben, möchten nicht unbedingt in den Ferien, der Hochsaison, in den Urlaub fahren, sondern vielleicht lieber später“, sagt die Erzieherin. Nehmen die Eltern das Kind dann später zusätzlich aus dem Kindergarten, müssten sie trotzdem die Betreuung bezahlen, da die dreiwöchige Schließung bereits in den Gebühren berücksichtigt werde, so der Vorwurf. „Auch die Organisation ist schwierig. Es gibt viele Familien, in denen beide Eltern arbeiten. Wer keinen Urlaub bekommt, steht vor einem Problem, wenn das Kind plötzlich drei Wochen betreut werden muss“, sagt Elke Pranz.
Das müsse nicht sein: „Es ist möglich, mit dem gleichen Bestand an Erziehern die Kita das ganze Jahr geöffnet zu lassen“, sagt die Kindergartenleiterin.
In ihrer Zeit in Hamburg sei es üblich gewesen, die Urlaubsplanung der Kita-Mitarbeiter auf die Elternplanung abzustimmen, erinnert sich Pranz. Insgesamt vier Wochen im Jahr mussten die Eltern ihre Kinder aus der Betreuung nehmen, wann sie das tun, blieb ihnen überlassen. Ähnlich wie bei der betrieblichen Urlaubsplanung haben die Eltern zu Jahresbeginn bekannt gegeben, wann das Kind im Urlaub ist, daraufhin wurde dann der eigene Urlaub der Kita-Mitarbeiter geplant. „Das erfordert etwas mehr Organisation, ist aber durchaus machbar“, sagt Pranz. In den 25 Jahren als Kita-Leiterin in Hamburg habe es mit dieser Regelung keine Probleme gegeben. Und es gebe einen weiteren Vorteil: Mit den in der Kita verbleibenden Kindern könne man sehr gut besondere Unternehmungen wie einen Waldtag oder einen Schwimmbadbesuch machen.
Elke Pranz will die Kitas nicht schlechtreden, sondern eine Anregung geben. „Gerade in Rosengarten gibt es ganz tolle Kindergärten mit toller Ausstattung und wunderbaren Spielplätzen - die sollte man dann doch auch richtig nutzen!“
„Es gibt eine Notfallbetreuung während der Ferienschließzeiten“, sagt dazu der Erste Gemeinderat Carsten Peters. Ab sechs Kindern kommt die Notfallgruppe zustande. „In den letzten Jahren haben wir aber für die Notfallbetreuung keinen ausreichenden Bedarf erreicht“, sagt Carsten Peters. Auch wenn einige Kitas sich absprechen - eine pauschale Regelung der Schließzeiten in der Gemeinde sei schwierig, da die Betreuungseinrichtungen verschiedenen Trägern mit unterschiedlichen Regelungen angehören.
Die dreiwöchigen Schließzeiten während der Ferien sind in der Gemeinde Rosengarten offenbar kein großes Problem. „Bislang haben wir weder aus den Kitas noch von Eltern direkt Beschwerden erhalten“, berichtet Peters. Ohne konkreten Bedarf werde es deshalb auch keine Änderung geben.