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Flüchtlingshilfe Tötensen: "Am besten wären 42 Paten"

Die Bemühungen von Fatima Koschmall (v.li.), Regina Lutz und Marita Fernandez von der Flüchtlingshilfe Tötensen sind selten von Erfolg gekrönt
Ein Jahr Flüchtlingshilfe in Tötensen: Ehrenamtliche Mitglieder ziehen ein Fazit

ab. Tötensen. „Zu Beginn waren es viele Helfer, doch jetzt werden es immer weniger.“ Das stellen die verbliebenen Ehrenamtlichen der Flüchtlingshilfe Tötensen fest, wenn sie nach einem Jahr ein Fazit ziehen. Ortsbürgermeisterin Regina Lutz, für engagierte Helfer die erste Ansprechpartnerin beim Thema Flüchtlinge, Fatima Koschmall, neben ihrem Job nahezu rund um die Uhr für die Hilfebedürftigen im Einsatz, und Marita Fernandez, die die Flüchtlinge beim Deutschlernen unterstützt, bilden neben wenigen anderen noch einen harten Kern.

„Derzeit haben wir in Tötensen 42 Flüchtlinge untergebracht, alles Männer. Doch die Anzahl ändert sich ständig“, berichtet Regina Lutz. Zum Beispiel dann, wenn Flüchtlinge sich auffällig verhalten und umgesiedelt werden. „Im Laufe des vergangenen Jahres ist ein Flüchtling in die Psychatrie nach Lüneburg eingewiesen worden, drei Flüchtlinge wurden in eine bewachte Anlage überstellt“, so Lutz. Die Männer kommen u.a. aus dem Iran und Sudan, aus Syrien, Marokko, Tunesien, Mali, der Elfenbeinküste. Da bleiben Reibereien, wenn die Männer zu dritt in einem kleinen Zimmer untergebracht sind, nicht aus. Für die Männer sei schwer auszuhalten, nicht zu wissen, ob ihr Asylantrag Erfolg haben wird, keine Arbeit zu haben und keine Beschäftigung. Einige hätten sich einfach aufgegeben, sagt Koschmall. „Eigentlich brauchen wir 42 Paten, für jeden Flüchtling einen.“

Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit den Behörden, da sind sich die Ehrenamtlichen einig, laufe es dort jetzt besser: „Sie haben sich angepasst und neu strukturiert.“ Dafür nehmen Zuspruch und Unterstützung seitens der Bevölkerung stetig ab, sagen die Helfer. „Man bekommt inzwischen viel negatives Feedback, wenn man sich engagiert“, beklagt Fatima Koschmall. Das sei ziemlich belastend.
Auch bei der Wohnungssuche gebe es einen Stillstand. „Auf manche Anfragen unsererseits kommen Antworten unterhalb der Gürtellinie“, sagt Regina Lutz. Einer ihrer Schützlinge suche seit sieben Monaten eine eigene Bleibe, aber momentan sei das aussichtslos.

Doch es gibt auch schöne Momente: „Ein Flüchtling hat einen Job im Freilichtmuseum am Kiekeberg gefunden und ist jeden Tag von Klecken nach Ehestorf mit dem Fahrrad gefahren. Jetzt wohnt er in Buchholz - und fährt noch immer jeden Tag mit dem Fahrrad“, erzählt Koschmall.

Wenn gemeinsam gefeiert wird, weil einer Geburtstag hat, wenn die Flüchtlinge etwas aufführen, um sich für die Hilfe zu bedanken, wenn einer der Flüchtlinge, ein Maler, begeistert die Aufenthaltsräume weißt, gibt das den Ehrenamtlichen neuen Mut. Auch die Idee, Paten für die Flüchtlinge zu suchen, könnte sehr helfen.

• Wer die Flüchtlingshilfe Tötensen unterstützen möchte bzw. ein Praktikum oder ähnliches zu vergeben hat, kann sich an Regina Lutz wenden unter Tel: 04108 7829 oder per E-Mail unter Regina.toetensen@t-online.de.