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"Unausgegorenes Konzept" oder "Schadensbegrenzung": Streit zwischen FDP und SPD in Samtgemeinde Salzhausen um Übernahme des Krankenhauses Salzhausen durch Landkreis

FDP-Ortsvereinschef Dr. Wolff D. Botschafter (Foto: archiv)
 
SPD-Ortsvereinsvorsitzender Markus Beecken (Foto: archiv)
ce. Salzhausen. Zwischen der FDP und der SPD in der Samtgemeinde Salzhausen brodelt ein Streit um den Gesundheitsstandort Salzhausen. Während die Liberalen die vom Kreistag beschlossene Übernahme des insolventen Salzhäuser Krankenhauses durch den Landkreis Harburg (das WOCHENBLATT berichtete) "mit großer Skepsis" betrachten, sind die Sozialdemokraten überzeugt, dass mit diesem Schritt vor Ort der "Schaden begrenzt" werde.
"Mit sehr viel Steuergeld hat der Landkreis sein Ziel erreicht: Der insolvente Krankenhausbetrieb in Salzhausen wird abgewickelt, und die beiden Kreiskrankenhäuser Buchholz und Winsen sind einen lästigen Mitbewerber los", erklärt FDP-Ortsvereinsvorsitzender Dr. Wolff D. Botschafter. Schon im Gläubigerausschuss sei eine große Chance für den Gesundheitsstandort Salzhausen vertan worden, als das Übernahmekonzept des Krankenhausbetreibers Asklepios abgelehnt und dem "unausgegorenen Landkreiskonzept" des ambulanten Gesundheitszentrums der Zuschlag gegeben wurde. Es stehe in den Sternen, ob sich geeignete Interessenten finden, die ein solches Gesundheitszentrum dauerhaft mit Leben füllen. So drohe der mit vielen Millionen Euro auf den neuesten Stand gebrachte OP-Bereich ungenutzt zu verstauben, was bei einem Weiterbetrieb unter Asklepios nicht der Fall gewesen wäre. "Wäre Asklepios als bundesweit agierender Krankenhausbetreiber mit seinem Marktanteil und seiner Wirtschaftskraft zum Zuge gekommen, wäre aus einer Position der Stärke mit Ministerium und Kassen verhandelt worden und der Krankenhausbetrieb hätte wahrscheinlich erhalten werden können. Dann hätte man auch den erst kürzlich mit circa sechs Millionen Euro Steuergeldern modernisierten OP sinnvoll weiter nutzen können", glaubt Botschafter. Die hervorragend geführten Kreiskrankenhäuser Buchholz und Winsen hätten gut damit leben können.
Zur Zukunft des Krankenhauses Salzhausen will die FDP in Kürze eine zweite Anfrage an den Niedersächsischen Landtag richten.
- "Statt den schwierigen Weg der Krankenhausmitarbeiter in Salzhausen zu unterstützen, wird hier versucht, durch selbsterfüllende Prophezeiungen das verbindliche Gesamtkonzept des Landkreises schlecht zu reden", kritisiert Markus Beecken, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins Hohe Geest, die Haltung der FDP. Die Mitarbeiter der Klinik dürften keiner weiteren Verunsicherung ausgesetzt werden. Der am Krankenhaus entstandene wirtschaftliche Schaden müssen begrenzt werden, dieses Vorhaben werde jedoch von der FDP torpediert. "Sie führt ausgerechnet den Asklepios-Konzern als Heilsbringer an, wobei doch hinlänglich bekannt sein dürfte, wie groß zu Unzufriedenheit vieler Beschäftigter in Deutschlands zweitgrößtem Klinikkonzern doch ist", so Beecken. Zudem habe Asklepios nichts Positives zur Sicherung der über 100 Arbeitsplätze in Salzhausen gesagt. Der SPD-Ortsverein habe "mit großer Erleichterung" registriert, dass der Landkreis nach dem Ausstieg der Curagita als Übernahme-Interessent das Krankenhaus Salzhausen in ein verbindliches Gesamtkonzept für die medizinische Versorgung in der Region einbinden wolle.