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Dann eben ohne Verband! - E-Jugend-Mädchen von Bendestorf/Jesteburg und Maschen holen Pokalfinale nach

Wenn der Verband nicht will, dann machen wir es eben allein! Die E-Jugend-Mädchen aus Maschen und Jesteburg nach der Siegerehrung (Foto: Laura Jungblut)
mum. Jesteburg/Maschen. Selten hat sich der Kreisverband Harburg im Niedersächsischen Fußball-Verband so sehr mit einer Entscheidung ins Abseits gedribbelt, wie in diesem Sommer beim Pokalfinale der E-Jugend-Mädchen des VfL Maschen gegen die JSG Jesteburg-Bendestorf. Aufgrund der vorhergesagten Temperaturen von mehr als 38 Grad entschieden sich die Trainer beider Teams, nicht zum Spiel anzutreten und baten um eine Verlegung der Partie. Die Anstoßzeit hätte zu allem Übel in der prallen Mittagssonne stattfinden sollen. Die Trainer wähnten sich auf dem richtigen Weg, denn am gleichen Tag angesetzte Landes- und Bezirksturniere sowie Sichtungsmaßnahmen des NFV in Barsinghausen wurden aufgrund der Wetteraussichten vom Landes- und Bezirksverband abgesagt.
Doch der Kreisverband spielte nicht mit. "Wenn beide Mannschaften nicht antreten, haben sie das Recht auf eine Austragung verwirkt", sagte Frank Dohnke, Vorsitzender des Frauen-, Juniorinnen- und Jugendausschusses des NFV-Kreises Harburg damals im WOCHENBLATT-Gespräch. In letzter Konsequenz hätte diese Entscheidung bedeutet, dass es in diesem Jahr keinen Pokalsieger gegeben hätte.
Doch da spielten die Trainer und Eltern der zehn bis elf Jahre alten Mädchen nicht mit. Sie wollten nicht zulassen, dass den kleinen Kickern von Funktionären ihr Finale genommen wird. "Daher haben wir einfach selbst ein Endspiel organisiert", sagt Laura Jungblut, die Trainerin der Jesteburger Mädchen. "Wir waren der Meinung, dass sich unsere Teams das Endspiel wirklich verdient hatten - ganz gleich, was die Statuten sagen."
Jetzt war es soweit. Beide Teams trafen sich in Jesteburg, um ein inoffizielles Finale auszuspielen. "Wie immer, wenn die beiden Mannschaften aufeinander treffen, war das Niveau hoch", so Laura Jungblut. Die vielen Zuschauer sahen ein tolles Spiel, bei dem Maschen zweimal in Führung ging. Am Ende der regulären Spielzeit stand es 2:2. Die Entscheidung fiel in der Verlängerung, als Ann-Jolie Balck aus gut 20 Metern abzog und den Siegtreffer erzielte.
Medaillen und Urkunden gab es nicht, da auch kein Verbandsfunktionär in der Nähe war. Aber der Pokal wurde übergeben, beziehungsweise blieb in Jesteburg. "Als Titelverteidiger hatten wir den natürlich noch in unserem Besitz", sagt Laura Jungblut. Nach der Partie wurde gefeiert - beide Mannschaften gemeinsam. Die Eltern hatten ein großes Kuchenbüfett organisiert.