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Pickel, Pille, Liebeskummer: Marthe Kniep ist Teil des Dr. Sommer-Teams und berät Jugendliche

Marthe Kniep hofft, auch bei der Pubertät ihrer eigenen Kinder die Gelassenheit zu wahren
kb. Seevetal. Wie funktioniert die Pille? Was kann ich tun, damit mein Schwarm sich in mich verliebt? Ist mein Busen zu klein? Mit Fragen wie diesen wenden sich Jugendliche seit 45 Jahren an das Dr. Sommer-Team der Jugendzeitschrift "Bravo". Eine, die diese Fragen beantwortet, ist Marthe Kniep aus Seevetal. Die 37-jährige Diplom-Pädagogin und Systemische Familienberaterin mit eigener Praxis arbeitet seit über sechs Jahren im Dr. Sommer-Team. Sie weiß: "Die Kernthemen, die die Jugendlichen bewegen - körperliche Veränderungen, Beziehungsfragen, der erste Sex - haben sich trotz Internet in den vergangenen Jahrzehnten kaum verändert."
In der Pubertät ist vieles kompliziert. Pickel und Schamhaare sprießen, man ist zum ersten Mal verliebt, die Hormone stehen Kopf, in der Familie gibt es Stress. "Die Jugendlichen sind in dieser Zeit sehr verunsichert", sagt Marthe Kniep. Die Eltern sind da oft die letzten, mit denen Teenager ihre Sorgen besprechen wollen. Und so erreichen Monat für Monat Hunderte von Fragen die Experten vom Dr. Sommer-Team.
Neben den "Klassikern" rund um Verhütung, Menstruation, Sex oder Liebe drehen sich seit einigen Jahren viele Fragen um das Internet. Cyber-Mobbing ist ein Problem, ein anderes ist Sexting - also das Verschicken von intimen Fotos per Internet oder Smartphone. "Obwohl viele Jugendliche wissen, dass diese Bilder in den falschen Händen landen können, werden immer wieder Nacktfotos versendet", so Marthe Kniep. Viele Absender könnten sich gar nicht vorstellen, dass andere sie damit demütigen oder sogar erpressen.
Trotz vieler ernster Themen - manchmal muss Marthe Kniep über die ein oder andere Frage auch schmunzeln. "Ich erinnere mich noch an eine Mail von einem angehenden Zimmermann, der seiner Freundin einen Dildo aus Holz bauen wollte", erzählt Marthe Kniep. "Der junge Mann wollte wissen, worauf er achten muss und welchen Lack er verwenden darf. Sehr verantwortungsbewusst!"
Ernst nimmt die Dipl. Pädagogin die Jugendlichen immer. "Es ist ganz wichtig, dass man nicht 'von oben herab' antwortet, sondern versucht, sich in die Person einzufühlen", erzählt die Expertin. Dabei kommen natürlich auch eigene Erfahrungen ins Spiel. "Viele Situationen kennt man einfach", so Marthe Kniep, die als Jugendliche natürlich auch gemeinsam mit Freunden über der "Bravo" hing und die Rubrik Dr. Sommer gelesen hat.
Der Pubertät ihrer eigenen Kinder blickt Marthe Kniep gespannt entgegen. "Ich hoffe doch sehr, dass ich mir meine Gelassenheit erhalte", sagt sie und lacht. Sie rät übrigens nicht nur Teenagern, sich bei Schwierigkeiten Hilfe zu suchen, sondern auch Eltern. "In vielen Familien würde die Pubertät der Kinder weniger Probleme machen, wenn sich die Eltern beraten ließen", sagt die Expertin.