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Steuern für Stelle - Verkehrschaos für Maschen / WOCHENBLATT legt sich fest: Aldi zieht nach Stelle

Die rot gekennzeichnete Fläche ist der Geltungsbereich für den Bebauungsplan, der um die blaue Fläche für Aldi erweitert werden kann (Foto: Repro: WOCHENBLATT)
thl. Stelle. Auch wenn Bürgermeister Uwe Sievers (noch) fleißig dementiert - das WOCHENBLATT legt sich fest: Das Aldi-Zentrallager zieht nach Stelle um! Denn: Alle Anzeichen sprechen dafür, dass sich Gemeinde und Unternehmen einig sind, dass das Zentrallager von Ohlendorf in das neue Gewerbegebiet Fachenfelde-Süd umzieht.
Die Fakten:
• Die eiligst in der vergangenen Woche von Finanzausschuss, Verwaltungsausschuss und Gemeinderat genehmigte Verpflichtungsermächtigung für die Verwaltung über 7,2 Millionen Euro, damit ab sofort mit den Grundstückskäufen begonnen werden kann. Dass drei Gremien an einem Abend im Eiltempo tagen, ist mehr als ungewöhnlich. Uwe Sievers sagt dazu: "Wir wollen für den Fall der Fälle nur handlungsfähig sein."
• Mit der Verpflichtungsermächtigung hat die Gemeinde ein echtes Pfund für die Verhandlungen in der Tasche. Sie kann mit den Grundeigentümern Zahlungen im kommenden Jahr vereinbaren, wenn das Geld von Aldi geflossen ist und braucht somit nicht in Vorleistung zu treten.
• Die Gemeinde muss mit rund einem Dutzend Eigentümern verhandeln. Darunter auch die Grundeigentümer des Hunde- und des Fahrplatzes - obwohl diese Flächen bisher noch nicht im Geltungsbereich des Bebauungsplanes liegen. Hintergrund: Aldi benötigt für das Zentrallager eine Nettobaufläche von etwa 23 Hektar. Diese Größe wird unter Einbeziehung der beiden Areale am Bardenweg erreicht.
• Finanzplanung: Im Haushalt 2015 der Gemeinde Stelle stehen 12,5 Millionen Euro an Ausgaben für die Erschließung des Gewerbegebietes Fachenfelde-Süd. Genau die gleiche Summe ist auch als Einnahme verzeichnet. Vermarktet die Gemeinde das Gebiet an mehrere kleine Unternehmen und nicht an Aldi, wird sie kaum im kommenden Jahr diesen Erlös erzielen.
Fazit: Stelle bekommt die Steuern - es ist von etwa sechs Millionen Euro Gewerbesteuern pro Jahr die Rede - und rund 1.500 neue Arbeitsplätze. Die Gemeinde Seevetal verliert dafür ihren größten Steuerzahler, bekommt im Gegenzug aber ein Verkehrschaos in Maschen. Denn an der Kreuzung zur A39 gibt es bereits jetzt in den Stoßzeiten erhebliche Behinderungen, die sich noch verschlimmern werden, wenn Aldi in Stelle sitzt.