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Linken-Ratsherr fordert bessere Ärzteversorgung für Tostedt

Linken-Ratsherr Jens Westermann
bim. Otter. Weil die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum und auch in der Samtgemeinde Tostedt nicht ausreichend ist, hat Jens Westermann (Die Linke) beantragt, der Rat möge ein Programm zur weiteren Ansiedlung von Fachärzten diskutieren. Als Beispiel nannte er in der Sozialausschuss-Sitzung im Kindergarten Otter das Ärztehaus der Gemeinde Büsum (Schleswig-Holstein), in dem die Ärzte in einer gemeinnützigen GmbH, einer Tochtergesellschaft der Gemeinde, angestellt sind. Dieses Modell von Ärztezentren in kommunaler Trägerschaft wurde allerdings finanziell mit einer Viertel Million Euro von der Kassenärztlichen Vereinigung Schleswig-Holstein unterstützt.
Ansonsten sei die Ärzteversorgung in Deutschland kompliziert und nicht glücklich gelöst, findet Samtgemeinde-Bürgermeister Dr. Peter Dörsam. Denn die Versorgungsplanung in Niedersachsen wurde durch die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachen (KVN) im Jahr 2013 geändert. Demnach sind Hausärzte in ihrer Standortwahl weitgehend frei, während die Verteilung der Fachärzte von der KVN geregelt wird. Die Schwerpunkte der Versorgung liegen demnach in Buchholz und Winsen. „Ein sehr fragwürdiges System“, kommentierte Dörsam.
Bei der Versorgung durch Hausärzte gebe es vor allem zwei Probleme: Die Anzahl der Allgemeinmediziner, die nach dem Studium eine Praxis übernehmen oder neu einrichten möchten, sei im Verhältnis zum Bedarf vor Ort gering. Außerdem scheuten viele Jung-Mediziner die hohen Investitionen einer Praxis-Neugründung.
Das Hauptinteresse einer Kommune müsse daher sein, sich für junge Ärzte attraktiv darzustellen. Dabei hilft das Programm „stadtlandpraxis“ des Landkreises Harburg (das WOCHENBLATT berichtete mehrfach).
Jens Westermann wollte sich mit der Aussage nicht zufrieden geben. Vielmehr sei es Aufgabe der Politik, Einfluss auf das System der KVN zu nehmen. Und Medizinier hätten die Pflicht, die Bevölkerung ordentlich zu versorgen.
Dörsams Vorschlag: Reiner Kaminski vom Landkreis und ein Vertreter der KVN sollen zu einer Informationsveranstaltung eingeladen und mit ihnen ausgelotet werden, was in Tostedt machbar ist.