Fahrradwerkstatt der Apenser Flüchtlinge geht in die Winterpause
Apensen: Migranten mobil machen

Sie machen gespendete Fahrräder wieder fit: Jhon Entralgo, Mirweis Niazi und Mohammed Rahimi. Matthias Drews (3.v.li.) organisiert alle Werksmittel und ist Ansprechpartner für alle
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ab. Apensen. "Das Fahrrad kann noch so kaputt sein, Mirweis bekommt es wieder hin - er ist der größte Mechaniker vor dem Herrn." Matthias Drews ist stolz auf den 22-Jährigen, der seit vier Jahren in der Fahrradwerkstatt arbeitet. Drews, im Apenser Kirchenvorstand tätig, hat die Werkstatt vor vier Jahren ins Leben gerufen. Jetzt geht das Team in die Winterpause.

Matthias Drews erinnert sich an den Anfang. "Damals wurde in der Kleiderkammer sehr viel für die Flüchtlinge gespendet, darunter auch viele Fahrräder. Da viele der Flüchtlinge mobil sein wollten, kam die Idee auf, die Garage zwischen den beiden Flüchtlingsunterkünften an der Bahnhofstraße jeden Samstagnachmittag als Werkstatt zu nutzen." Die reparierten Drahtesel werden gegen einen Obulus an die Flüchtlinge abgegeben, wer mit einem kaputten Rad vorbeischaut, dem wird ebenfalls geholfen.

Mirweis Niazi war ein Mann der ersten Stunde. Der Afghane war 2015 geflohen und nachdem er in Apensen untergekommen war, arbeitete er als Ein-Euro-Jobber für die Gemeinde. Matthias Drews erklärt: "Der Vorteil für die Flüchtlinge ist, dass sie dadurch schneller an einen Deutschkursus herankommen. Das ist sonst wesentlich schwieriger."

Inzwischen arbeitet der Afghane ehrenamtlich in der Fahrradwerkstatt - 300 Räder haben Drews und er seitdem herausgegeben. Die beiden pflegen eine freundschaftliche Beziehung. "Mirweis versteht Deutsch zwar gut, kann es aber leider nicht so gut sprechen", meint der Kirchenvorstand bedauernd. "Sonst wäre er auf dem Arbeitsmarkt ein erstklassiger Mechaniker." Derzeit jobbt Mirweis Niazi über eine Zeitarbeitsfirma in der Verpackungsindustrie. Am liebsten würde er aber ein Praktikum machen.

Jhon Entralgo (25) gehört seit acht Monaten zum Reparatur-Team, derzeit auch als Ein-Euro-Jobber. Der Kolumbianer kam vor gut einem Jahr nach Apensen. In seiner Heimat hat er als Ingenieur für Metalllegierung gearbeitet. Das wolle er gerne wieder machen, sagt er, fügt aber hinzu: "Mein Deutsch muss erst besser werden, denn ich hätte in dem Job sehr viel Kundenkontakt und muss Dokumente richtig verstehen." Das Reparieren in der Werkstatt mache ihm Spaß, es sei "besser, als faul zu Hause rumzusitzen", sagt er.

Mohammed Rahimi (40), seit zehn Monaten in Deutschland und ebenfalls Ein-Euro-Jobber, ist erst seit Kurzem im Reparaturteam dabei. Seinen ersten Sprachkursus hat der Afghane gerade abgeschlossen. In seiner Heimat habe er als Tischler gearbeitet, sagt er. Auch er repariert gerne. Das Trio möchte nach der Winterpause wieder in der Fahrradwerkstatt mithelfen. Anfang April 2020 wird sie wieder geöffnet. Dann werden auch wieder gespendete Räder entgegengenommen.

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