Freie Wähler lehnen Tesper Bebauungsplan ab
"Verkehrssituation ist zu angespannt"

Die Freie-Wähler-Fraktion (v. li.): Michael Kühl, Ulf Riek und Werner Zenz
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  • Foto: Freie Wähler
  • hochgeladen von Christoph Ehlermann

ce. Tespe. Die Fraktion der Freien Wähler im Tesper Gemeinderat hat in dessen jüngster Sitzung den Bebauungsplan 26 "Am Avendorfer Weg“ als einzige Fraktion abgelehnt.
"Die angespannte Verkehrssituation in der Samtgemeinde Elbmarsch, die nach unserer Auffassung keine Ausweisung weiterer Baugebiete erlaubt, ist einer von vielen Gründen, warum wir den B-Plam ablehnen", erklärt Michael Kühl, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler. Ein weiterer Grund sei die Anwendung des vereinfachten Verfahrens ohne vorherige Flächennutzungsplanung mit Beteiligung der Samtgemeinde. "Die Samtgemeinde arbeitet zur Zeit an einer Entwicklungsplanung für die gesamte Region, und in Tespe werden Entscheidungen vorweg genommen und Tatsachen geschaffen", so Kühl.
Das Plangebiet des B-Plans "Am Avendorfer Weg“, welches als allgemeines Wohngebiet ausgewiesen werden soll, erlaubt laut Kühl Immissionsrichtwerte nachts bis 40 dB(A). "Zum Schutz des angrenzenden Gewerbegebiets und der dort ansässigen Firmen muss nach unserer Auffassung ein größerer Abstand zwischen dem Gewerbegebiet und der Wohnbebauung geplant werden, um den
Betrieb im Gewerbegebiet nicht einzuschränken."
Zudem begrenzt die im Bebauungsplan ausgewiesene Ausgleichsfläche nach Ansicht der Freien Wähler die zukünftige Entwicklung des Gewerbegebietes in Richtung Avendorf. Die überplanten Flächen würden wertvolle Feuchtwiesen beinhalten, die für die Region bis vor wenigen Jahren noch typisch waren. "Der Verlust dieser Flächen ist mit Ausgleichsflächen im sandigen Untergrund mit ein paar Blänken und Tümpeln nicht auszugleichen", ist Michael Kühl überzeugt. "Sie stellen einen wichtigen Lebensraum für diverse Tierarten der Region dar. Diese Wiesen dienen dem Storch unter anderem zur Nahrungsfindung."
Die Absicht der Gemeinde Tespe, die Fläche "Flutrasen" zu überbauen, wird von den Freien Wählern ebenfalls nicht mitgetragen. Das Areal sei im Jahr 2002 im Zuge der Untersuchungen zum Bebauungsplan "Untere Osterstücke“ als besonders schützenswert dargestellt und nun einfach mit in die Planungsfläche einbezogen worden. "Weiter kommen auf die Gemeinde nach unseren Informationen Zahlungen an den ursprünglichen Besitzer der Planflächen zu, die weder im Haushalt noch in den bisherigen Informationen zum Bebauungsplan klar dargestellt wurden", geben die Freien Wähler zu bedenken.
Die Planung beinhalte Flächen für Gebäude mit zwei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss, was "zu einer gewissen Verstädterung der örtlichen Bebauung beitragen" würde und "nicht wirklich in ein Dorf" passen würde.
Bei Errichtung von Gebäuden mit mehr als zwei Vollgeschossen sei zudem gegebenenfalls der Feuerwehrbedarfsplan der Samtgemeinde anzupassen, da womöglich die Ausrüstung der Brandschützer durch die Samtgemeinde angepasst werden müsse, wenn in der Gebäudeplanung kein zweiter Gebäudezugang vorgesehen sei.

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